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Extremismus-Forscher: Fremdenfeindlichkeit ein gesamtdeutsches Problem

Archivmeldung vom 01.09.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.09.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Caruso Pinguin, on Flickr CC BY-SA 2.0
Bild: Caruso Pinguin, on Flickr CC BY-SA 2.0

Nach Einschätzung des Sozialpsychologen Oliver Decker, Leiter der seit 2002 erscheinenden "Mitte"-Studien der Universität Leipzig zur rechtsextremen Einstellung in Deutschland, ist Fremdenfeindlichkeit ein gesamtdeutsches Problem. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Decker: "In Deutschland gibt es ein generelles Problem mit Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Allerdings ist die Ausprägung von ausländerfeindlichen Einstellungen in Ostdeutschland stärker als im Westen."

Ressentiments gegenüber Migranten seien sowohl im Osten als auch im Westen verbreitet, erklärte Decker weiter. "In Ostdeutschland würde ein Drittel der Bevölkerung solchen allgemein Vorurteilen zustimmen, im Westen etwa ein Viertel." Zudem gebe es ein Süd-Nord-Gefälle: "So leben etwa in Bayern mehr Menschen mit fremdenfeindlichen Einstellungen als in Norddeutschland", so Decker.

In den vergangenen Jahren hätten vor allem Vorurteile gegen spezielle Gruppen, beispielsweise Asylbewerber, Muslime oder Sinti und Roma zugenommen. "Horst Seehofer weiß also, was er macht, wenn er gegen diese Gruppen argumentiert. Er kennt seine Wähler", sagte Decker. Die Studie "Die stabilisierte Mitte Rechtsextreme Einstellung in Deutschland 2014", die im April 2015 veröffentlicht wurde, zeigt jedoch auch: Dort, wo weniger Menschen mit Migrationshintergrund leben - etwa in Ostdeutschland - ist die Ablehnung von Ausländern deutlich höher.

Was nun dringend folgen müsse, sei eine größere Aktivität, insbesondere von Politikern: "Wir brauchen eine klare Auseinandersetzung mit dieser Ideologie, um klarzumachen, warum sie zum Beispiel antidemokratisch ist", forderte der Forscher. Die "Mitte"-Studie hatte darüber hinaus auch ergeben, dass Bildung noch am besten gegen Ausländerfeindlichkeit schütze: "Der Effekt der Bildung ist deutlich: beispielsweise sind 6,8% der Menschen mit Abitur, aber 20,8% ohne Abitur ausländerfeindlich eingestellt", heißt es in der Erhebung.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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