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DGB warnt vor "unsinnigen Debatten" über Lebenserwartung und Rentenalter

Archivmeldung vom 06.12.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.12.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Annelie Buntenbach Bild: Deutscher Gewerkschaftsbund
Annelie Buntenbach Bild: Deutscher Gewerkschaftsbund

Der DGB warnt angesichts großer Unterschiede in der Lebenserwartung vor "unsinnigen Debatten" über ein höheres Renteneintrittsalter. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Im reichen Deutschland sterben arme Männer rund elf Jahre früher als wohlhabende, bei Frauen beträgt der Unterschied rund acht Jahre."

Wer ein höheres Renteneintrittsalter fordere und dabei pauschal mit einer gestiegenen Lebenserwartung operiere, der verkenne gravierende Unterschiede, die von sozialen und ökonomischen Bedingungen abhingen. Auch in Deutschland gelte mit zunehmender Arbeitslosigkeit ein ansteigendes Sterblichkeitsrisiko als belegt, so Buntenbach weiter. "Arbeitslose sterben demnach früher."

Die DGB-Funktionärin reagierte auf eine Studie der Zurich-Versicherung, die der "Welt" vorliegt. Armutsgefährdete Männer in Deutschland haben danach eine Lebenserwartung von gerade mal 70,1 Jahren. Bei Frauen liegt diese bei knapp 77 Jahren. Dagegen können reiche Männer auf 81 Jahre Lebenszeit hoffen, Frauen auf 85. Als armutsgefährdet gilt in Deutschland, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung hat. Reich ist nach dieser Definition, wer über mehr als 150 Prozent des durchschnittlichen Einkommens verfügt.

Buntenbach warnte mit Blick auf die Studie vor einer weiteren Anhebung des Renteneintrittsalters. Sie betonte: "Schon heute schaffen es nur wenige bis zur regulären Rente. Nur jeder sechste 64-Jährige (15,8 Prozent) arbeitet noch in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Bei den 60-Jährigen sind es lediglich 44,8 Prozent." Und je größer der Abstand zum gesetzlichen Renteneintrittsalter sei, "desto höher sind die Abschläge und umso niedriger fällt die Rente aus".

Buntenbach bekräftigte, ein höheres Rentenalter bedeute nichts anderes als ein Rentenkürzungsprogramm. Sie forderte einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Die gesetzliche Rente müsse gestärkt und das gesetzliche Rentenniveau bei 48 Prozent der Durchschnittslöhne stabilisiert werden.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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