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Hans-Werner Sinn: "Deutschland ruiniert mit extremistischer Klimapolitik eigene Industrie"

Archivmeldung vom 25.02.2023

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.02.2023 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Mary Smith
Hans-Werner Sinn (2012)
Hans-Werner Sinn (2012)

Foto: Romy Bonitz
Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Ex-Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn hat die Energiewende der Ampelregierung massiv kritisiert und ein Ende deutscher und europäischer Alleingänge beim Klimaschutz gefordert. "Deutschland ist dabei, durch seine extremistische Klimapolitik die eigene Industrie zu ruinieren, und wir setzen damit ein Negativbeispiel für die ganze Welt", sagte der Ökonom im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). China und andere Schwellenländer würden "einen Teufel tun, uns zu folgen, wenn wir unsere Unternehmen mit Energieverboten aus dem Land jagen und den Lebensstandard der Bevölkerung ruinieren", sagte der Ökonom und fuhr fort: "Das Gerede von der Vorbildfunktion und den Wettbewerbsvorteilen, die wir durch diese Politik angeblich generieren, ist Propaganda."

Deutschland habe "keine Chance", das Ziel der Bundesregierung zu erreichen, bis 2045 komplett aus der fossilen Energie auszusteigen, sagte der Wirtschaftsprofessor. Trotzdem werde "eine ganze Volkswirtschaft mit 83 Millionen Einwohnern zum Versuchskaninchen für alternative Technologien gemacht", beklagte Sinn in der "NOZ". Nur eine weltweit koordinierte Einschränkung der Ölnachfrage könne seinen Worten zufolge zu weniger CO2-Ausstoß führen. "Alleingänge bedeuten lediglich, dass andere Teile der Welt exakt so viel mehr Öl kaufen und CO2 emittieren, wie wir einsparen. Wer in Europa trotzdem einen unilateralen Totalausstieg fordert, desavouiert die gesamte grüne Bewegung."

Sinn schlug deswegen eine Kehrtwende der deutschen Außenpolitik vor. Berlin müsse "sofort mit einer neuen Entspannungspolitik gegenüber den großen Mächten dieser Erde beginnen", den "außenpolitischen Moralismus unterlassen und den Ausgleich mit China suchen", so der Ratschlag des Münchner Ökonomen. "Die Erderwärmung zu bremsen ist wichtiger als die Frage, wo welche Ländergrenzen gezogen werden. Die würden sowieso überrannt, wenn es auf der Erde zu heiß würde."

Der Ukraine-Krieg mache die "neue Entspannungspolitik" umso dringlicher. Denn das Gas und Öl, das Europa Russland nicht mehr abnehme, fließe nach China. "Mit unserer grünen Politik senken wir die Weltmarktpreise und subventionieren Chinas schmutzige Industrie. China profitiert von unseren Sanktionen und wird noch stärker", so die Analyse Sinns. Seine Befürchtung: "Wer mit einem moralischen Zeigefinger nach China fährt und die Spannungen zwischen den Blöcken verstärkt, lässt die Bereitschaft der Chinesen, das verbilligte Öl, das wir ihnen überlassen, aus Umweltgründen nicht zu kaufen, gegen null sinken."

Ausdrücklich lobte der Wirtschaftswissenschaftler die Bemühungen von Bundeskanzler Olaf Scholz um internationale Zusammenarbeit: "Schnell einen weltumfassenden Klimaklub mit den USA, China und Indien zu gründen ist die einzige Option, die wir haben. Wenn das nicht klappt, dann klappt gar nichts", sagte Sinn in dem Interview.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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