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Serdar Yüksel (SPD) fordert Überprüfung der Krankenhausrahmenplanung in NRW

Archivmeldung vom 27.07.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.07.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bild: Günter Havlena / pixelio.de
Bild: Günter Havlena / pixelio.de

"Es gibt strukturelle Defizite beim Gesundheitsamt", sagt Amid Rabieh (Linke), der in Bochum für das Amt des Oberbürgermeisters (OB) kandidiert. Sein Vorwurf: "Die Stadtverwaltung hat nicht dazugelernt. Sie holen Mitarbeiter aus anderen Teilen der Verwaltung, die müssen aufwändig eingearbeitet werden. Da sagt selbst der Leiter des Gesundheitsamtes: Das ist überhaupt nicht hinreichend."

Der Personalmangel im Gesundheitsamt sei einer der Gründe dafür, dass ein Bochumer Patient nicht rechtzeitig auf Corona getestet wurde und verstarb. Rabieh distanzierte sich damit von der Einschätzung von Serdar Yüksel (SPD), Gesundheitsmanager und gelernter Krankenpfleger, der den Wahlkreis Bochum III - Herne II im Landtag vertritt. Dieser meinte, Bochum habe die Corona-Zeit dank des Krisenstabes, der bereits seit 2015/16 besteht, gut bewältigt. Auch OB-Kandidat Christian Haardt (CDU) äußerte sich über das Gesundheitsamt wenig positiv: "Wir da haben einen immensen Nachholbedarf. Das wurde einfach in den letzten zwanzig Jahren verschlafen."

Die drei Politiker sind Talk-Gäste von Moderatorin Birgit Lechtermann in der aktuellen Folge von "Wir wählen Gesundheit - Kommunalwahlen in NRW". Diese wird am heutigen Sonntag um 19 Uhr bei health tv ausgestrahlt.

Jahrelange Kürzungen im Gesundheitswesen wirken sich sogar auf den Schulstart schlecht aus, empört sich Christian Haardt: Die verpflichtenden Untersuchungen zum Schulstart seien "in keinem Jahr wirklich vernünftig gelaufen." Landtagsabgeordneter Yüksel bestätigte deren Dringlichkeit, auch weil es "einen Kausalzusammenhang zwischen Armut und der Gesundheit der Kinder gibt." Dass dieser auch sehr von der Wohnlage geprägt sei, kritisierte Rabieh: "Wir haben ein soziales Gefälle in Bochum." Im Stadtteil Stiepel liege die Armutsquote bei 2,4 Prozent, in Wattenscheid-Mitte hingegen lebten 44 Prozent der Kinder in Armut: "Da kann man nicht sagen: Das nehmen wir erst mal hin und sparen zehn Jahre. Da muss man jetzt sofort etwas tun." Der Jurist warnte vor den sozialen Folgen und Folgekosten einer falsch verstandenen Sparpolitik: "Sparen hat zur Folge, dass bestimmte Probleme sich vertiefen, und dann wird es am Ende teurer. Wenn Kinder krank werden, dann verursacht das Kosten." Er vermisse "den politischen Willen, da die Prioritäten richtig zu setzen."

Skeptisch äußerte sich Landespolitiker Yüksel zu möglichen Einschnitten durch den Krankenhausrahmenplan NRW: "Wir müssen die Pandemie zum Anlass nehmen, um die Frage zu beantworten, ob die Pläne, die wir in der Schublade hatten, weiterhin klug sind - etwa der Abbau von Krankenhausbetten." Stärken sieht der Gesundheitsmanager in seiner Stadt bei der medizinischen Versorgung: "Es gibt kaum eine Diagnose, mit der Sie das Bochumer Stadtgebiet verlassen müssen, um sich behandeln zu lassen. Das gilt auch für hochspezialisierte Behandlungen."

Wie es gelingen könne, Mediziner auch für derzeit unterversorgte Stadtteile zu gewinnen, dazu skizzierte Rechtsanwalt Haardt ein mögliches Modell: "In Hordel könnte es eine Möglichkeit sein zu schauen: Was habe ich da für kommunale Immobilien? Kann ich vielleicht in einer davon eine Praxis einrichten und sagen: Du verpflichtest dich, zehn Jahre hier zu bleiben und dafür zahlst du nur eine symbolische Pacht?" Auch der öffentliche Nahverkehr könne ein Hebel sein: Wenn man den Arzt nicht zu den Menschen bekomme, müsse man schauen, wie man diesen den Weg zum Arzt ermöglichen könne. Ein anderes Ziel des CDU-Politikers: die Aufwertung des Bochumer Modells, also des Zusammenschlusses verschiedener Kliniken unterschiedlicher Träger zur Bochumer Universitätsklinik: "Es ist finanziell krass benachteiligt gegenüber den Universitätskliniken, da muss etwas passieren."

Der Talk mit Spitzenvertretern der Bochumer Politik ist die fünfte von insgesamt elf Folgen der Sendereihe "Wir wählen Gesundheit - Kommunalwahlen in NRW". Bis zum Wahlsonntag am 13. September kommen bei health tv die Politiker von sechs weiteren großen NRW-Städten zu Wort: Duisburg, Essen, Dortmund, Düsseldorf und Köln.

Vorschau Sendetermin Duisburg

"Wir wählen Gesundheit - Kommunalwahlen in NRW", Expertenrunde Duisburg, Sonntag, 2. August 2020, 19 Uhr

Quelle: health tv (ots)

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