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SPD fordert Wahlhilfe für Analphabeten

Archivmeldung vom 27.02.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.02.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Dr. Dieter Wiefelspütz Bild: spdfraktion.de
Dr. Dieter Wiefelspütz Bild: spdfraktion.de

Die SPD-Bundestagsfraktion will es Analphabeten erleichtern, an Bundestagswahlen teilzunehmen. Der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger" zur Begründung eines bereits in den Bundestag eingebrachten Antrags, es gehe um eine "schamhaft verschwiegene Minderheit" und fügt hinzu: "Das hat massive Auswirkungen auf die Partizipation." Über die Misere müsse geredet und am besten von allen Bundestagsparteien gemeinsam entschieden werden. Die SPD schlägt vor, die Wahlzettel mit Symbolen der Parteien oder Fotos der Kandidaten zu versehen - wie in Entwicklungsländern. Zudem ruft sie Parteien und Kandidaten auf, Analphabeten verständlich zu informieren.

Die SPD-Bundestagsfraktion beziffert die Zahl der Analphabeten im engeren Sinne mit 2,3 Millionen. Dies seien 4,5 Prozent der Erwachsenen zwischen 18 und 64 Jahren. 300.000 von ihnen könnten noch nicht einmal ihren Namen schreiben. Zwei Millionen weitere könnten einzelne Wörter entziffern, aber keine ganzen Sätze. Der Geschäftsführer des Bundesverbandes Alphabetisierung,

Peter Hubertus, reagierte zurückhaltend auf den Vorstoß. "Es ist nicht verkehrt, wenn man das macht", erklärte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Aber es hilft in der Sache wenig. Denn der entscheidende Punkt ist nicht, dass man CDU von SPD unterscheiden kann. Der entscheidende Punkt ist, wie man eine begründete Wahl treffen kann, wenn man nicht in der Lage ist, zu lesen und zu schreiben." Radio und Fernsehen seien als Quellen der Aufklärung nicht ausreichend.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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