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Berliner Gewerkschaftsvorsitzender fordert Förderquote für barrierefreie Wohnungen bei Neubauten

Archivmeldung vom 06.01.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.01.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
IG Bau
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Der Berliner Bezirksverband der Industriegewerkschaft Bauen Agrar Umwelt (IG BAU) warnt vor einem dramatischen Mangel an altersgerechten Wohnungen in den kommenden Jahren in der Metropole.

Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf eine Studie des CIMA Instituts für Regionalwirtschaft, laut der die Zahl der Berlinerinnen und Berliner, die älter als 65 Jahre sind, bis zum Jahr 2035 auf 860 000 ansteigen könnte. Das würde einem Bevölkerungsanteil von 21 Prozent entsprechen. Zwar gäbe es Förderprogramme für den Neu- und Umbau von Wohnungen, damit diese barrierefrei ausgestaltet werden können. "Doch die Fördertöpfe werden nicht ausgeschöpft", kritisierte der Bezirksvorsitzender der IG BAU, Christian Stephan, gegenüber der in Berlin erscheindenden Tageszeitung "nd.DerTag" (Donnerstagausgabe). Der IG BAU-Bezirkschef fordert daher die Umsetzung der Schaffung eines Berliner Wohnungskatasters, um einen Überblick über die Ausstattung der vorhandenen Wohnungen zu bekommen, damit eine gezielte Föderpolitik möglich wird.

Wenn die jetzige und die künftige Rentnergeneration nicht stärker bei der Wohnraumversorgung berücksichtigt werde, so Stephan zu "nd.DerTag", drohe in einigen Jahren eine "graue Wohnungsnot". Es gehe um Lebensqualität, und es dürfe nicht sein, dass Senioren "nur deshalb ins teure Pflegeheim müssen, weil eine ambulante Betreuung an der fehlenden seniorengerechten Ausstattung der eigenen Wohnung scheitert". Stephan fordert außerdem eine Quote beim Neubau für barrierefreie Wohnungen. Zwar könne der rot-rot-grüne Senat in Berlin privaten Bauherren nicht zwingend vorschreiben, eine entsprechende Anzahl barrierefreier Wohnungen zu errichten. Denkbar wäre allerdings, die Vergabe von Krediten und Förderdarlehen an eine entsprechende Quote zu knüpfen.

Allerdings nimmt der private Bausektor derzeit kaum Fördermittel in Anspruch. Als Instrument zur "Motivierung" schlägt Stephan eine Pflichtabgabe für Bauherren vor, die eine vorgegebene Quote nicht erfüllen. Vorbild könnte dabei die gesetzliche Schwerbehindertenquote für Betriebe sein, bei deren Nichteinhaltung eine Abgabe von bis zu 320 Euro pro Monat je unbesetztem Arbeitsplatz fällig wird. Das wäre allerdings nicht auf Landesebene zu regeln, sondern nur mit einem Bundesgesetz.

Quelle: nd.DerTag / nd.DieWoche (ots)

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