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Forderung nach "Freedom Day" in Deutschland: Kritik aus Politik und Ärzteschaft

Archivmeldung vom 20.09.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.09.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Lockdown bis zum bitteren Ende, koste es was es wolle? (Symbolbild)
Lockdown bis zum bitteren Ende, koste es was es wolle? (Symbolbild)

Bild: Unbekannt / Eigenes Werk

Die Forderung von Kassenärzte-Chef Andreas Gassen nach einem sogenannten "Freedom Day", an dem alle Corona-Einschränkungen aufgehoben werden, stößt in Ärzteschaft und Politik auf massive Kritik.

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ): "Wir müssen die Impfbereitschaft weiter erhöhen. Daran müssen wir arbeiten, nicht an einem ,Freedom Day'". Das betonte auch Niedersachsens Ärztekammer-Präsidentin Martina Wenker. Sie teilte der "NOZ" auf Nachfrage mit: "Es widerspricht der ärztlichen Sorgfaltspflicht, quasi Wetten auf zukünftige Krankheitsverläufe abzuschließen. Wir sollten nun den in Deutschland eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen." Die Impfkampagne müsse verstärkt werden.

Zuvor hatte Gassen im Interview mit der "NOZ" die Politik in Deutschland aufgefordert, sich Großbritannien zum Vorbild zu nehmen. Dort waren am 19. Juli fast alle Corona-Beschränkungen aufgehoben und der sogenannte "Freedom Day" gefeiert worden. Gassen sagte, die Politik müsse eine klare Ansage machen: "In sechs Wochen ist auch bei uns ,Freedom Day'! Am 30. Oktober werden alle Beschränkungen aufgehoben!" Das ließe allen, die wollten, genug Zeit, sich noch impfen zu lassen.

Gesundheitssenatorin Bernhard lehnt die Forderung ab. Sie sagte: "So weit sind wir noch nicht. Niemand kann derzeit seriös garantieren, dass wir die Situation dauerhaft im Griff haben." Es bestehe immer noch die Gefahr weiterer Mutationen. Auch sei noch unklar, wie lange die Immunität durch die Impfstoffe vorhalte. Auf die Frage, wann die Pandemie vorbei sei, sagte Bernhard: "Dieses Jahr sicherlich noch nicht."

Auch Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens stellt sich gegen Gassen. Die SPD-Politikerin hält seine Forderung "mit Blick auf den bevorstehenden Herbst und Winter noch für zu leichtsinnig". "Wir müssen leider davon ausgehen, dass die Infektionszahlen in der kalten Jahreszeit, in der wir uns alle wieder vornehmlich drinnen aufhalten, wieder deutlich ansteigen werden. Wir können heute noch nicht verlässlich vorhersagen, was das dann für die Belastung unseres Gesundheitssystems, insbesondere für unsere Krankenhäuser und deren Beschäftigte, bedeutet", warnte Behrens. Deshalb bleibe Niedersachsen vorsichtig.

Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin geht davon aus, "dass wir spätestens im Frühjahr 2022 zur Normalität zurückkehren können". Voraussetzung sei allerdings, dass die Schutzimpfungen genug schwere Krankheitsverläufe und damit eine Überlastung des Gesundheitssystems verhinderten. "Bedingung dafür ist, dass sich noch mehr Menschen impfen lassen und keine neuen Varianten auftauchen, die den Impfschutz umgehen", fügte Behrens hinzu.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)


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