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Ex-Diplomat: Putin ist ein Meister von Scheinverhandlungen

Archivmeldung vom 30.03.2024

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.03.2024 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Gastgeber und Unterzeichner des Minsker Abkommens im Februar 2015: Lukaschenka, Putin, Merkel, Hollande, Poroschenko (Foto: CC-BY 4.0 )
Gastgeber und Unterzeichner des Minsker Abkommens im Februar 2015: Lukaschenka, Putin, Merkel, Hollande, Poroschenko (Foto: CC-BY 4.0 )

Der frühere deutsche Diplomat Michael Steiner hält die Vorstellung von Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine derzeit für naiv. Er glaube nicht, "dass diejenigen, die nun scheinbar sachverständig nach dem Patentrezept der Diplomatie rufen, auch tatsächlich Erfahrung mit Friedensverhandlungen gesammelt haben", schreibt Steiner in einem Gastbeitrag für die "Süddeutsche Zeitung" (Osterausgabe).

Wer sich mit Friedensverhandlungen auskenne, wisse, dass sie "in der realen Welt" sinnvoll erst möglich seien, "wenn beide Seiten zum Schluss gekommen sind, dass sie am Verhandlungstisch weniger verlieren werden als auf dem Schlachtfeld". Steiner war unter anderem außen- und sicherheitspolitischer Berater von Bundeskanzler Gerhard Schröder, er leitete Friedensverhandlungen zu Bosnien, Kosovo und Afghanistan. Der Ex-Diplomat argumentierte unter anderem mit den "Scheinverhandlungen mit zahlreichen Waffenstillständen" in den 1990er-Jahren in Bosnien-Herzegowina. 

"Die waren das Papier nicht wert, auf dem sie unterschrieben wurden. Erst eine militärische Kräfteverschiebung und erhebliche Geländegewinne zulasten des serbischen Angreifers machten 1995 die Friedensverhandlungen in Dayton möglich." Heute sei der russische Präsident Wladimir Putin ein Meister von Scheinverhandlungen, wie spätestens seit den Abkommen von Minsk bekannt sei, die vor neun Jahren den Krieg in der Ostukraine beenden sollten. Steiner fordert Europa auf, die Ukraine effektiv zu unterstützen. Die EU und Großbritannien spielten wirtschaftlich "in einer anderen Liga als Russland". Wenn sie es nach zwei Jahren Krieg nicht geschafft hätten, die Ukraine bei der Ausstattung mit Waffen auf Augenhöhe zu bringen, hätten sie zwar kein objektives, wohl aber ein mentales Problem. "Wir müssen unser eigentliches Problem, das der taktischen Realitätsverdrängung, überwinden", schreibt der Ex-Diplomat. "Für Wegducken wird es keinen Schadensrabatt geben."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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