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Roland Koch: Berufspolitiker müssen Öffentlichkeit ertragen

Archivmeldung vom 04.04.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.04.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Roland Koch (2010)
Roland Koch (2010)

Foto: User:Leonce49
Lizenz: CC-BY-SA-3.0-de
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch meint, die wichtigste Voraussetzung für einen Berufspolitiker sei die Fähigkeit, Öffentlichkeit zu ertragen. Für "99,99 Prozent der Menschen" sei das "völlig indiskutabel, ja unerträglich", sagte er der "Zeit". "Mit der Empfindlichkeit des normalen Bürgers in der Wirtschaft oder in den Medien überlebt ein Politiker keine zehn Tage".

Schwierig sei daran nicht nur das Wegstecken, so Koch, sondern vor allem, empfindlich zu bleiben. "Wenn man alles wegstecken kann, dann lebt man in einem Kokon, der einen gar nicht mehr wahrnehmen lässt, was andere Menschen wahrnehmen."

Die Gefahren für Führungspersönlichkeiten in der Politik und Wirtschaft seien die gleichen, sagt Koch, der 2010 zurücktrat und seit 2011 Vorstandsvorsitzender des Baukonzerns Bilfinger Berger ist: Arroganz und Selbstgefälligkeit. Am Anfang sehe man noch, dass so ein Amt zeitlich begrenzt sei, und die Macht nur geliehen. "Vielleicht sieht man es nach einem Jahrzehnt noch - ich glaube, ich habe es gesehen. Aber sieht man es nach anderthalb Jahrzehnten noch? Da wird`s schwierig."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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