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AfD verliert Mitglieder

Archivmeldung vom 20.07.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.07.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
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Bild: AfD Deutschland

Die AfD hat im vergangenen Jahr rund 2.500 Mitglieder verloren. Im Juni 2021 hatte der damalige Parteichef Jörg Meuthen die Mitgliederzahl noch mit "um die 31.000" angegeben, mit Stand vom Dienstag sind nur noch 28.636 Personen Mitglied in der AfD, wie ein Parteisprecher der "Welt" mitteilte.

Unter die Verluste fallen neben Austritten aus politischen Gründen oder aufgrund parteiinterner Vorgänge auch beendete Mitgliedschaften aufgrund von Nichtzahlungen oder Tod. Parteichefin Alice Weidel sagte der Zeitung: "Jedes ehemalige AfD-Mitglied hat seine ganz persönlichen und privaten Gründe, weshalb er sich nicht mehr bei der AfD engagiert. Aus der Anzahl der Austritte lässt sich jedoch nicht schließen, ehemalige Mitglieder wären nicht mehr mit der Politik der AfD einverstanden."

Unter den Ausgetretenen ist etwa das AfD-Gründungsmitglied Monica-Ines Oppel. Sie war langjährige Präsidentin des AfD-Bundesschiedsgerichts. Erstmals macht Oppel nun ihre Gründe öffentlich. "Die AfD hat den Liberalkonservativen mit ihren personellen Beschlüssen und programmatischen Diskussionen auf dem Bundesparteitag in Riesa bar jeglicher Vernunft die Rote Karte gezeigt", sagte sie der "Welt". Die Partei habe damit "ihre Fahrt in die politische Bedeutungslosigkeit angetreten". Auch viele andere "Liberalkonservative", wie sich die vergleichsweise Gemäßigten in der Partei selbst nennen, hätten das Vertrauen in die Veränderungskraft der AfD schrittweise verloren. Laut der "Welt" ist auch Gabriele Walger-Demolsky, bis Mai 2022 nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete und Flügel-Kritikerin, nach dem Bundesparteitag in Riesa ausgetreten. Gleiches gilt für den Abteilungsleiter der Mitgliederverwaltung innerhalb der AfD-Bundesgeschäftsstelle - er trat aus und kündigte. Einige frühere Mitglieder folgten Ex-AfD-Chef Meuthen in die Zentrumspartei.

Meuthen sagte der "Welt", dass seit seinem Eintritt knapp 20 frühere AfD-Mitglieder ins Zentrum aufgenommen worden seien. "Es gab natürlich mehr Anfragen", so der Ex-AfD-Chef. Man gehe aber "sehr restriktiv" vor. "Wir wollen nicht das werden, woran die AfD gescheitert ist. Die AfD steht inzwischen so weit rechts außen, dass die Beobachtung durch den Verfassungsschutz nicht mehr verwundert." Zentrum-Parteichef Christian Otte beantwortete die Anfrage mit einer anderen Zahl. Der Partei seien seit Meuthens Beitritt "etwa 50 Mitglieder mit früherer AfD-Zugehörigkeit beigetreten, darunter zehn kommunale Mandatsträger", sagte er. Weitere 15 Beitrittswünsche von Ex-AfDlern seien abgelehnt worden. Zwölf frühere AfD-Mitglieder, darunter sechs kommunale Mandatsträger, befänden sich derzeit im Aufnahmeprozess.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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