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Henkel fordert AfD-Co-Chef Adam zum Parteiaustritt auf

Archivmeldung vom 11.05.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.05.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Hans-Olaf Henkel (2014)
Hans-Olaf Henkel (2014)

Foto: Mathesar
Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Mit scharfer Kritik hat der Europaabgeordnete der rechtskonservativen Partei "Alternative für Deutschland" (AfD), Hans-Olaf Henkel, auf die Behauptung von Co-Parteichef Konrad Adam reagiert, wonach Bundesparteichef Bernd Lucke seinen Austritt aus der AfD und die Gründung einer eigenen Partei vorbereite. "Erst fordert er meinen Rücktritt, jetzt sagt er Luckes Rücktritt voraus? Der ist völlig von der Rolle", sagte Henkel dem "Handelsblatt" (Online-Ausgabe).

"Er soll selbst gehen und zwei weitere aus dem Vorstand gleich mitnehmen", fügte der frühere Industriemanager mit Blick auf Adam, Co-Parteichefin Frauke Petry und Parteivize Alexander Gauland hinzu. Adam, die Landes- und Fraktionschefschefs Petry (Sachsen) und Gauland (Brandenbrug) gelten als Vertreter des nationalkonservativen Flügels der AfD und sind erklärte Lucke-Gegner.

Parteisprecher rechnet mit Spaltung der Partei

Der Sprecher der rechtskonservativen Partei "Alternative für Deutschland" (AfD), Konrad Adam, rechnet mit einer Spaltung seiner Partei. "Die Anzeichen haben sich verdichtet, dass eine Parteispaltung bevorsteht", sagte er der "Welt". Adam forderte AfD-Gründer Bernd Lucke auf, "klarzustellen, was er vor hat, nachdem so viel durchgesickert ist". Lucke, der sich für den Aufbau der AfD verdient gemacht habe wie kein anderer, solle sagen, ob er "auch derjenige sein möchte, der die Zerstörung der Partei anführt". Adam distanzierte sich von der wirtschaftsliberalen Parteiströmung um Lucke, der die AfD im Europaparlament vertritt. "Wenn die AfD sich zu einer Partei entwickelt, die aus Brüssel geführt und von Berlin aus privat finanziert wird, ist sie nicht mehr meine Partei", sagte er. Lucke hat die Gerüchte um seine Zukunft in der Partei bislang nicht kommentiert. Konrad beklagte die mangelnde Kommunikation innerhalb des Parteivorstandes: "Wir sind drei gleichberechtigte Sprecher, warum redet Bernd Lucke nicht mit uns?"

Jüdischer Verband greift AfD-Spitze an

"American Jewish Committee" (AJC) die Parteispitze scharf angegriffen. Der Direktor des AJC-Europabüros in Brüssel, Stephan Kramer, nahm dabei Bezug auf die AfD-Landeschefs Björn Höcke (Thüringen) und André Poggenburg (Sachsen-Anhalt), berichtet das "Handelsblatt" (Onlineausgabe). Poggenburg hatte die umstrittenen Äußerungen Höckes zur NPD verteidigt und zugleich Partei für einzelne Mitglieder der rechtsextremistischen Partei ergriffen. Höcke hatte der "Thüringer Allgemeinen" gesagt: "Ich gehe nicht davon aus, dass man jedes einzelne NPD-Mitglied als extremistisch einstufen kann. Das würde in der Beurteilung etwas zu weit gehen." AfD-Bundeschef Bernd Lucke hatte daraufhin der Rücktritt und Parteiaustritt Höckes gefordert. Kramer sagte dazu dem "Handelsblatt" (Online-Ausgabe): "Da bei näherer Betrachtung bei allen führenden Persönlichkeiten der AfD, Bernd Lucke, Hans-Olaf Henkel und Beatrix von Storch, eine deutliche Affinität zu den Kernbeständen rechtspopulistischer Stilmittel und Propaganda erkennbar ist, sind solche Rücktritts- und Parteiaustrittsforderungen, wie jetzt von Bernd Lucke gegen Höcke gefordert, reine Nebelkerzen, die kurzfristig für Ruhe und vom wahren Charakter der AfD ablenken sollen." Die Rechtslastigkeit der AfD sei längst keine Hypothese mehr, betonte Kramer. Daran ändere auch die Kontroverse zwischen Lucke und Höcke nichts. "Anstatt sich selbstkritisch mit rechten Tendenzen auseinanderzusetzen, werden fast ausschließlich die Kritiker und die Medien verurteilt", sagte der AJC-Direktor. "Kontroversen zwischen Führungsspitze und Landesgruppen werden regelmäßig inszeniert, um von der Rechtslastigkeit kurzzeitig abzulenken." Nach allen Erkenntnissen müsse die AfD allerdings längst als "neue Partei des politischen rechten oder sogar rechtspopulistischen Lagers" eingeschätzt werden. Gleichzeitig stelle die AfD für Parteien wie "Die Freiheit", "Die Republikaner" oder die "Pro"-Parteien eine "ernstzunehmende Konkurrenz" bei Wahlen dar, sagte Kramer weiter. "Besonders in Ostdeutschland sind seitens der NPD Befürchtungen zu erkennen, durch die AfD massiv Wählerstimmen zu verlieren."

Inhaltlich bestünden "große Schnittmengen" zwischen den genannten Parteien hinsichtlich der Euro- und EU-feindlichen Ausrichtung mit nationalistischer Grundeinstellung. Zudem habe die AfD eine große Zahl an Mitgliedern aus Parteien des rechten Randes bereits übernommen und integriert. "Es wird ein enger Austausch mit neurechten Kreisen gesucht und gepflegt", so Kramer.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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