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Deutscher Kulturrat: Kulturbereich muss vor Einsparungen geschützt werden

Archivmeldung vom 05.06.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.06.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Kultur (Symbolbild)
Kultur (Symbolbild)

Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

Der Deutsche Kulturrat warnt vor möglichen Einsparungen im Kulturbetrieb in den nächsten Jahren. "Es muss jetzt darum gehen, den Kulturbereich vor Einsparungen in den kommenden Jahren zu schützen. Wir versuchen, den Parteien vor der Bundestagswahl das Versprechen abzuringen, dass sie nicht an der Kultur sparen", sagte Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Wie nach der Finanzkrise von 2008 seien jetzt wieder Einsparungen bei der Kultur zu befürchten, sagte Zimmermann. "Ich mache mir besondere Sorgen um die vielen Kommunen, die überschuldet sind. Die Kommunen nehmen deutlich weniger Geld ein, weil Gewerbesteuer fehlt. Das wird sich auf die kulturelle Infrastruktur auswirken."

Gleichzeitig lobte Zimmermann das Engagement des Bundes und der Länder für die vom Lockdown betroffenen Kultureinrichtungen: "Ich schätze, dass in der Corona-Krise bis zu zehn Milliarden Euro zusätzlich in den Kulturbetrieb geflossen sind. Darum haben wir kein Massensterben von Kultureinrichtungen und Kulturbetrieben. Das ist ein großer Erfolg." Zugleich habe sich aber gezeigt, dass die Kulturszene mit deutlichen Krisensymptomen auf die Corona-Zeit reagiert habe. "Der Kulturbereich hat sich als sehr krisenanfällig erwiesen. Viele soloselbstständige Künstler sind ja in Tagesfrist in Not gefallen. Sie hatten keine Rücklagen. Wir müssen uns überlegen, wie der Kulturbereich für die Zeit nach der Pandemie krisenfester gemacht werden kann", sagte Zimmermann. Er forderte, dass gerade für Beschäftigte in den Bereichen des Kulturmanagements und der Kulturvermittlung wieder zu tariflich gebundener sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung zurückgefunden werden müsse.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates rechnet damit, dass sich die Situation des Kulturbereichs erst in einigen Jahren wieder stabilisiert haben wird. Er erwarte von den Künsten allerdings auch neue Antworten auf die Frage, wie die "geistige Krise", die mit der Pandemie auch eingetreten sei, nun bewältigt werden könne. "Diese Krise wird uns jahre-, vielleicht sogar jahrzehntelang beschäftigen. Die Kultur wird bei der Bewältigung der Krise eine herausragende Rolle spielen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir den Kultursektor vollumfänglich erhalten. Die Künstlerinnen und Künstler arbeiten schon an Reaktionen auf die Pandemie. Das wird die große Stunde der Kultur, der Kunst", ist Zimmermann überzeugt.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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