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Experten kritisieren schlichte Namen für Gesetze

Archivmeldung vom 10.01.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.01.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Bild: Tim Reckmann / pixelio.de
Bild: Tim Reckmann / pixelio.de

Die Versuche der Bundesregierung, einfache und eingängige Namen für Gesetze zu finden, stoßen bei Sprach- und Kommunikationsexperten auf wenig Verständnis. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hatte nach dem unlängst beschlossenen "Gute-Kita-Gesetz" am Mittwoch ihr "Starke-Familien-Gesetz" vorgestellt.

"Ich würde von diesem Titel abraten", sagte der langjährige Chef der Hamburger Henri-Nannen-Journalistenschule und Autor zahlreicher Bücher über die deutsche Sprache, Wolf Schneider, der "Bild". "Es ist ein Gesetz für schwache Familien, damit sie stark werden. Da bürdet man einer schiefen Grammatik mehr auf, als sie tragen kann. Das versteht man kaum." Wigan Salazar, Chef der Kommunikationsberatung "msl group", sieht das ähnlich: "Es ist gut und sinnvoll, Gesetzen unbürokratische Namen zu geben, die man auch versteht. Diese Namen hier gehen mir aber zu weit, klingen zu penetrant nach Reklame." Ob ein Gesetz "gut" oder "stark" sei, werde sich in der Praxis zeigen. "Diese Bewertung sollte man nicht mitliefern." Er plädiere für Einfachheit und Substanz: "`Kita-Qualitätsgesetz` oder `Familien-Förderungsgesetz` finde ich angemessener und eleganter."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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