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DIW-Ökonom Fratzscher nimmt SPD-Rentenkonzept auseinander

Archivmeldung vom 28.08.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.08.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) Bild: Marcel Fratzscher
Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) Bild: Marcel Fratzscher

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, fordert ein höheres Renteneintrittsalter und stellt sich damit gegen das neuste SPD-Rentenkonzept. Die Lebensarbeitszeit werde "unweigerlich steigen müssen", sagte der Ökonom dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Dienstagausgaben).

"Ein Anstieg der Lebenserwartung um ein Jahr erfordert eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit um acht Monate, um das Rentenniveau zu stabilisieren, ohne junge Menschen stärker zu belasten. Davor kann man nicht die Augen verschließen." Deshalb müsse die Politik mehr Anreize für einen flexiblen Renteneintritt schaffen: "Das würde die gesetzliche Rentenversicherung entlasten. Darüber hinaus gilt es alles zu tun, was hilft, die private Vorsorge zu stärken." Fratzscher sagte, er halte eine Stabilisierung des Rentenniveaus für richtig, denn bereits jetzt müssten die Hälfte aller Rentnerinnen und Rentner ihren Lebensstandard im Alter zum Teil deutlich einschränken. "Aber wir sollten sehr vorsichtig sein, so dass es nicht zu einer zu starken Umverteilung von jung zu alt kommt. Es gibt eine Grenze dessen, was wirtschaftlich leistbar ist", so der DIW-Chef.

Die Sozialversicherungsbeiträge in Deutschland seien schon jetzt sehr hoch. "Das ist gerade für Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen eine große Belastung. Auch für die Unternehmen sind bezahlbare Sozialbeiträge ein Standortfaktor", sagte Fratzscher. "Wir dürfen nicht mit dem Feuer spielen. Ein weiterer deutlicher Anstieg der Belastung wäre eine Beeinträchtigung unserer Wettbewerbsfähigkeit."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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