Fraktionsspitzen von Schwarz-Rot wollen Koalitionsklima verbessern
Die Fraktionsspitzen von Union und SPD sind am Donnerstag in Würzburg zu einer zweitägigen Klausurtagung zusammengekommen. "Wir haben den Auftrag bekommen, in dieser Großen Koalition große Dinge anzugehen", sagte SPD-Fraktionschef Matthias Miersch zum Auftakt des Treffens. "Aber wir haben gesehen, dass die letzten Wochen nicht einfach gewesen sind, dass Fehler passiert sind."
Deswegen werde man sich in Würzburg auch die Zeit nehmen, sehr offen
miteinander zu reden. Gemachte Fehler müssten künftig vermieden werden.
Als Beispiel nannte Miersch unter anderem die geplatzte Richterwahl im
Bundestag.
"Diese offene Aussprache ist die Grundvoraussetzung
dafür, dass wir dann auch die großen Dinge angehen können", fügte der
SPD-Fraktionschef hinzu. "Wir erleben die Debatte über beispielsweise
die Sozialstaatsreform. Aus unserer Sicht sind die Schnittmengen dort
ausreichend, um wirklich zu Reformen zu kommen, die diese Systeme
zukunftsfest machen." Das sei aber ein Weg, der durch Polarisierung
nicht einfacher werde.
CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann
äußerte sich unterdessen zuversichtlich, dass das Koalitionsklima
verbessert werden kann. "Diese Koalition wird Brückenbauer sein", sagte
er. Man werde "Kraft tanken" und dann "kraftvoll starten" in einen
"Herbst der Reformen", wo vor allem der Sozialstaat im Mittelpunkt
stehen werde.
Unionsfraktionschef Jens Spahn sagte, dass es
vielleicht Sinn mache, weniger über Parteiprogramme und etwas mehr über
das Arbeitsprogramm der Koalition zu reden. "Das ist unser
Koalitionsvertrag. Da steht nämlich noch ziemlich viel an, was wir
gemeinsam schaffen wollen", so Spahn. In Würzburg werde man die Dinge
besprechen, die "nicht so gelaufen sind, wie sie hätten laufen sollen".
Quelle: dts Nachrichtenagentur