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"Corelli" und kein Ende - Verfassungsschutz erneut in Erklärungsnot

Archivmeldung vom 22.06.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.06.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Logo des Bundesamts für Verfassungsschutz
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Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz gerät wegen seines früheren Spitzels Corelli weiter unter Druck. Wie das rbb-Inforadio aus Sicherheitskreisen erfuhr, wurden mehrere Handys, die der V-Mann zwischen 2007 und 2011 benutzt hat, bisher nicht - oder zumindest nicht vollständig - ausgewertet. Damit stellt sich die Frage möglicherweise neu, ob Corelli doch Verbindungen zum NSU-Trio gehabt haben könnte.

Corelli alias Thomas Richter war über fast zwei Jahrzehnte einer der Top-Spitzel des Verfassungsschutzes in der rechtsextremistischen Szene, bis er 2012 enttarnt wurde. Zwei Jahre später war er an einer unerkannten Diabetes-Erkrankung im Alter von 38 Jahren verstorben. Zu diesem Zeitpunkt befand er sich in einem Zeugenschutzprogramm, ausgestattet mit einer neuen Identität.

Die Umstände seines Todes und die Frage, ob er Verbindungen zum NSU gehabt hat, waren von einem Sonderermittler des Bundestages untersucht worden, dem ehemaligen Grünen Bundestagsabgeordneten Jerzy Montag. Montag hatte seinerzeit keinen Hinweis auf Verbindungen zwischen Corelli und dem NSU-Trio gefunden, nachdem Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in den Untergrund gegangen waren.

Seinen Bericht hatte er vor einem Jahr vorgelegt.

Mittlerweile ist jedoch klar, dass Montag nicht Zugang zu allen Informationen hatte: Ende Mai waren im Bundesamt für Verfassungsschutz ein Handy und fünf SIM-Karten aufgetaucht, die Corelli benutzt hatte - allerdings erst nach seiner Enttarnung und als es das NSU-Trio bereits nicht mehr gab. Sie werden zur Zeit beim Bundeskriminalamt ausgewertet.

Der Bundestag hatte daraufhin seinen Sonderermittler Montag wieder eingesetzt. Auch das Bundesinnenministerium hatte einen eigenen Ermittler zum Bundesamt für Verfassungsschutz geschickt. Die Untersuchungen laufen noch und sie erhalten aufgrund der neuesten Erkenntnisse zusätzliche Brisanz. Die Handys, um die es nun geht, und auf denen sich offenbar noch Daten befinden, die nicht ausgewertet worden sind, wurden von Corelli in dem Zeitraum genutzt, als das NSU-Trio bereits im Untergrund war.

Quelle: Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) (ots)

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