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Psychologe nennt Berufsverbot-Vorschlag von Minister Herrmann »kurzschlüssig«

Archivmeldung vom 17.04.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.04.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Joachim Herrmann (2012)
Joachim Herrmann (2012)

Foto: Gerd Seidel (Rob Irgendwer)
Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Berufsverbote für depressive Menschen in sensiblen beruflichen Positionen können keine Katastrophen verhindern. Davon zeigte sich der Präsident des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP), Michael Krämer, im Gespräch mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung »neues deutschland« (Samstagausgabe) überzeugt. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte vorgeschlagen, Piloten, Bus- oder Taxifahrer, die nach medizinischer Begutachtung eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen, mit Berufsverbot zu belegen.

Krämer nennt den Vorschlag des Ministers im nd-Interview »kurzschlüssig«. Es werde kaum möglich sein, zu Beginn einer Berufstätigkeit so aussagekräftig zu diagnostizieren, dass man Katastrophen verhindern könne, die von einer später auftretenden Krankheit verursacht würden, so der Psychologe. Berufsverbote würden vielmehr dazu führen, dass »Personen, die bei sich zwar ein Hilfsbedürfnis spüren, es nicht offenbaren«, so Krämer. Und es sei nicht leicht, solche Probleme bei jemandem zu entdecken, der nicht kooperiert. »Besser wäre es, wenn Bedürftige Hilfe erhalten und wieder genesen.«

Quelle: neues deutschland (ots)

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