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Herzchirurg: "Diskussion um verschwendete Organe ist schrecklich zynisch"

Archivmeldung vom 13.03.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.03.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Doris Oppertshäuser
Bild: Günther Richter / pixelio.de
Bild: Günther Richter / pixelio.de

Prof. Dr. Jan Gummert, Herzchirurg am Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen, fordert für eine höhere Akzeptanz der Organspende eine Aufwertung der Position des Transplantationsbeauftragten in den Kliniken. "Letztlich entscheidet das Gespräch mit den Angehörigen im Krankenhaus, ob Organe gespendet werden", sagt Gummert im Gespräch mit der Neuen Westfälischen Zeitung in Bielefeld. "Spanien sollte uns da als Vorbild dienen, da gibt es an jeder Klinik einen hauptamtlichen Transplantationsbeauftragten - und deutlich mehr Organspender als in Deutschland", sagt Gummert exakt 25 Jahre nach der ersten Herztransplantation in der Bad Oeynhausener Klinik.

Hohe Anforderungen stellt Gummert an den Empfänger des Spenderorgans. "Entscheidend ist, ob der Patient nach der Transplantation das extrem anspruchsvolle Behandlungsprogramm bewältigen kann. Das erfordert ganz viel Disziplin und Zuverlässigkeit." Wer bei der Nachsorge nicht richtig mitarbeite, bringe sich selbst in neue Lebensgefahr. "Die Diskussion, ob ein Organ möglicherweise verschwendet wird, ist schrecklich zynisch und führt in die völlig falsche Richtung. Wir Ärzte sind keine Richter, wir wollen heilen, und wir wissen, dass wir mit einem neuen Organ helfen können. Aber ein "neues" Leben gibt es nur, wenn der Patient dauerhaft mitarbeitet."

Quelle: Neue Westfälische (Bielefeld) (ots)

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