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2012: Verhütungsspritze für den Mann

Archivmeldung vom 20.02.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.02.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Oliver Randak

Die Spritze, die in den kommenden drei Jahren noch an 50 Paaren getestet werden soll, enthält Testosteron. Da die Hoden dieses Hormon nun nicht mehr produzieren müssen, stellen sie mit der Testosteronproduktion auch die Spermienproduktion ein.

Das sagte der Leiter der Studie, Prof. Michael Zitzmann, am Donnerstag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Münster. Zitzmann ist Androloge und Endokrinologe am Institut für Reproduktionsmedizin der Universität Münster. "Die Sicherheit dieser Verhütungsmethode käme einer Durchtrennung der Samenleiter gleich", sagte der Mediziner.

Tabletten müssen Männer allerdings nicht schlucken. Stattdessen werde das Hormon Testosteron gespritzt. "Die Hoden stellen Testosteron nicht mehr her, wenn es von außen kommt", sagte Zitzmann. Somit würden auch keine Samenzellen mehr produziert.

Vorteile sieht der Hormonmediziner in der künftigen Wahlmöglichkeit für Paare. "Viele Männer wollen ihrer Frau gern die Last der Einnahme abnehmen", sagte Zitzmann. Angst, dass der Körper sich durch die Hormone verändere, müsse aber kein Mann haben. "Das Testosteron wird so dosiert, dass es dem entspricht, was der Mann ohnehin herstellt.
Der Mann wird jetzt nicht zum Bodybuilder werden", sagte der Forscher. Ferner beschrieb der Wissenschaftler die "Kontrolle der Männer über ihre Fertilität", also ihre Fruchtbarkeit, als Fortschritt. "Weil die Männer keine Spermien mehr haben, ist die Sicherheit (der Wirkung) deutlich höher, als bei der Pille für die Frau."

Bisher hatte es laut Zitzmann nur Studien an Männern gegeben. Bei der WHO-Studie wird die Zuverlässigkeit des Verhütungsmittels nunmehr an Paaren beobachtet. Alle acht Wochen erhielten die Männer Hormonspritzen vom Facharzt. Diese Veränderung sieht der Experte als günstig an, da nicht mehr täglich an die Einnahme gedacht werden müsse.
Wer einen Kinderwunsch verspüre, müsse sich wegen mangelnder Samenproduktion nicht sorgen: "Nach drei bis fünf Monaten ist man wieder auf dem vollen Niveau." Zitzmann erwartet einen ähnlichen Arzneimittelpreis wie bei der klassischen Pille: "Was eine Frau für die Pille ausgibt, das sollte die Spritze auch kosten."

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