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NAKO Studie zur Einsamkeit während der ersten Welle der Corona-Pandemie in Deutschland

Archivmeldung vom 06.08.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.08.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Isolation (Symbolbild)
Isolation (Symbolbild)

Bild: Impfkritik.de /M.Dörr&M. Frommherz - adobestock

Zu den Folgen, die eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit charakterisieren, zählt - neben Angst- und Depressionssymptomen sowie vermehrtem Stress - auch verstärkte Einsamkeit, wie aus der Studie "Einsamkeit währende der ersten Welle der SARS-CoV-2 Pandemie" des NAKO Konsortiums hervorgeht (Berger, K., Riedel-Heller, S., Pabst, A et al Einsamkeit während der ersten Welle der SARS-CoV-2-Pandemie- Ergebnisse der NAKO-Gesundheitsstudie. Bundesgesundheitsbl - 2021 - https://doi.org/10.1007/s00103-021-03393-y).

Unter Einsamkeit wird dabei die selbst wahrgenommene Qualität der Beziehungen zu anderen Menschen verstanden. Zwischen 30. 04.-30.05.2020 - d. h. während des ersten harten Lockdowns in Deutschland - wurden die 205.000 Erwachsenen der NAKO Gesundheitsstudie gebeten, sich zusätzlich an einer speziellen COVID-19-Befragung zu beteiligen. Nach den ersten 30 Tagen standen den Wissenschaftler bereits 113.928 (knapp 60 %) vollständig ausgefüllte Fragebögen zur Verfügung. Dieser Datensatz liegt der erwähnten Studie zur Einsamkeit zugrunde. Bis zum Ende der COVID-Erhebung stieg die Beteiligung auf 82 % der NAKO Teilnehmern.

Als einsam betrachteten sich 32% der Teilnehmenden - und zwar 26% der Männer und 37% der Frauen. Ältere Personen waren weniger betroffen als junge Menschen. Insgesamt gaben 80% der Teilnehmenden an, dass sie manchmal oder oft das Gefühle des Fehlens der Gesellschaft anderer empfunden hatten. Jeder zweite fühlte sich während des ersten Lockdowns einsamer als zuvor - Frauen etwas häufiger (57%) als Männer (44%).

"Einsame Personen während der Pandemie gaben bereits zur NAKO Basisuntersuchung mehr depressive und Angstsymptome an als NAKO Teilnehmende, die in der Pandemie nicht einsam waren", so die Beobachtung der Forscher. Außerdem waren Personen ohne Lebensgemeinschaft oder Teilnehmende, die Angst vor Corona angaben, stärker von Einsamkeit betroffen.

Hintergrund NAKO Gesundheitsstudie

Die NAKO Gesundheitsstudie ist ein gemeinsames Projekt von 27 Institutionen - Universitäten, Helmholtz-Zentren, Leibniz-Instituten sowie anderen Institutionen - die sich im NAKO e.V. zusammengeschlossen haben, um gemeinsam die bislang größte bevölkerungsbasierte, prospektive Langzeitstudie in Deutschland durchzuführen. Seit 2014 werden in der NAKO Gesundheitsstudie zufällig aus den Melderegistern gezogene Männer und Frauen zwischen 20 und 69 Jahren bundesweit in 18 Studienzentren medizinisch untersucht und nach ihren Lebensumständen befragt. Ziel ist es, chronische Erkrankungen, wie zum Beispiel Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheuma, Infektionen und Depression genauer zu erforschen, um Prävention, Früherkennung und Behandlung dieser in der Bevölkerung weit verbreiteten Krankheiten zu verbessern. Das multizentrische Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, den beteiligten Ländern und der Helmholtz-Gemeinschaft gefördert. 205.000 Personen haben an der NAKO Studie teilgenommen, davon 30.000 an der zusätzlichen einstündigen MRT-Ganzkörperuntersuchung. Zurzeit werden die Teilnehmer erneut zur Folgeuntersuchung eingeladen. Bislang haben sich über 54.000 Teilnehmer wieder beteiligt. Weitere Informationen unter www.nako.de.

Quelle: NAKO Gesundheitsstudie (ots)

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