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Cannabis-Arzneimittelmarkt: Corona hat geringe Auswirkungen auf Cannabis-Markt

Freigeschaltet am 25.08.2020 um 10:09 durch Andre Ott
Umsatz der cannabishaltigen Zubereitungen.  Bild: "obs/Insight Health"
Umsatz der cannabishaltigen Zubereitungen. Bild: "obs/Insight Health"

Während die Corona-Pandemie viele Bereiche des Arzneimittelmarktes kräftig durchmischte, hat sie den Medizinalcannabis-Markt nur schwach beeinflusst. Hingegen sind die Auswirkungen der im April beschlossenen Abrechnungsänderung von cannabishaltigen Zubereitungen deutlich erkennbar, wie Daten des Informationsdienstleisters INSIGHT Health zeigen.

Das erste Quartal 2020 verzeichnet im Markt der cannabishaltigen Zubereitungen stabile Umsatzzahlen. So beginnt es mit einem Umsatzvolumen von rund 11,2 Mio. Euro im Januar und schließt mit einem Hoch von 13,4 Mio. Euro im März - ein überproportional starker Monat. Im Gegensatz dazu stagniert der Umsatz im zweiten Quartal mit durchschnittlich 10,8 Mio. Euro leicht, obwohl die Verordnungen mit bis zu knapp 19.300 Rezepten im Juni (+13,4 Prozent im Vergleich zu Januar 2020) deutlich steigen (GKV-Abrechnungsdaten, INSIGHT Health).

Vor allem Cannabisblüten verbuchen einen Umsatzrückgang. Neben der Corona-Pandemie und kurzfristigen Lieferengpässen bei den Herstellern von Cannabisblüten ist wesentlicher Grund hierfür die Neutaxierung von Cannabisblüten und -extrakten. Diese haben der GKV-Spitzenverband und der deutsche Apothekerverband im April zur Entlastung der Krankenkassen rückwirkend zum 01. März 2020 beschlossen. Durch die neue Preisregelung haben sich die GKV-Erstattungskosten je Gramm Cannabisblüten von durchschnittlich 22,40 Euro im ersten Quartal auf 19,30 Euro im zweiten Quartal reduziert (GKV-Abrechnungsdaten, INSIGHT Health).

Insgesamt zeigt sich, dass die Corona-Pandemie im Medizinalcannabis-Markt nicht zu derartigen Schwankungen geführt hat, wie sie in anderen Arzneimittelmärkten zu sehen waren. Vielmehr sind es die Auswirkungen der neuen Preisregelung von Cannabisblüten und -extrakten, die sich deutlich in den Zahlen bemerkbar machen.

Quelle: Insight Health (ots)

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