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"WhatsAppitis" wird anerkanntes Krankheitsbild

Archivmeldung vom 29.03.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.03.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
WhatsApp: Anwendung lässt die Daumen glühen. Bild: flickr.com/Sam Azgor
WhatsApp: Anwendung lässt die Daumen glühen. Bild: flickr.com/Sam Azgor

In Spanien wurde erstmals "WhatsAppitis" diagnostiziert. Dem in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichten Bericht der behandelnden Ärztin nach hat die Patientin zumindest sechs Stunden lang WhatsApp-Nachrichten auf ihrem Smartphone beantwortet, bevor sie im Krankenhaus behandelt werden musste.

"In Deutschland sind etwa 560.000 Menschen von pathologischem PC- und Internetgebrauch betroffen. Wie das bei Smartphones aussieht, ist schwer zu sagen, da diese Medien ja zu unserem täglichen Leben dazugehören", kommentiert Volker Weissinger, Geschäftsführer des Fachverbandes Sucht e.V., im Gespräch mit pressetext.

Schmerzvolle Erfahrung

Dass das Smartphone ein wichtiger Bestandteil des Lebens ist, wurde der Patientin zum Verhängnis. Nachdem sie am 24. Dezember arbeiten musste, konnte sie erst am Folgetag ihre empfangenen Nachrichten zum Fest beantworten - und tat das mindestens sechs Stunden lang über den beliebten Online-Messaging-Dienst. Am folgenden Morgen wachte sie plötzlich mit Schmerzen in beiden Handgelenken auf.

"Der Gebrauch von Smartphones sollte so gestaltet werden, dass zwischenmenschliche Beziehungen nicht darunter leiden - oft sieht man zum Beispiel in Kaffeehäusern Jugendliche oder mittlerweile auch Erwachsene, die anstatt miteinander zu reden, nur auf ihr Handy starren", sagt Weissinger. Gelitten haben bei der Patientin bestätigterweise nur die Handgelenke - diese jedoch so sehr, dass sie entzündungshemmende Medikamente nehmen musste und ein Handyverbot auferlegt bekam.

Schule legt Grundlagen

"Es ist entscheidend, dass man nicht das permanente Gefühl hat, etwas zu verpassen, wenn man einmal nicht auf das Handy schaut. Man muss wieder lernen, sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Beispielsweise ist es ein Unterschied, möglichst viele virtuelle Freunde auf Facebook zu haben oder echte Freundschaften zu pflegen", unterstreicht Weissinger. Und fordert: "Eigentlich sollte schon in der Schule der Umgang mit Medien gelehrt werden, und auch mit dem häufig erlebten 'Stress', den das Gefühl, etwas zu verpassen, auslöst."

Quelle: www.pressetext.com/Marie-Thérèse Fleischer

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