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GKV: Ärztehonorar im Corona-Frühling gestiegen

Archivmeldung vom 13.01.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.01.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Geldscheine: sicherer als App-Konkurrenz. Bild: pixelio.de, Andrea Damm
Geldscheine: sicherer als App-Konkurrenz. Bild: pixelio.de, Andrea Damm

Trotz leerer Wartezimmer im vergangenen Frühling sind die Honorare der niedergelassenen Ärzte deutlich gestiegen. Obgleich viele Patienten aus Furcht vor einer Corona-Ansteckung den Praxen ferngeblieben seien, hätten die Krankenkassen den Kassenärztlichen Vereinigungen im zweiten Quartal 2020 10,6 Milliarden Euro überwiesen, 427 Millionen Euro mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahrs, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf den Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Der Zeitraum von April bis Juni gilt in der GKV als "Haupt-Corona-Quartal" des Jahres 2020. "Die Mischung aus gesetzlich schon länger vorgegebenen Honorarerhöhungen, etwa aus dem Terminservice-Verbesserungsgesetz, und dem Corona-Schutzschirm für niedergelassene Ärzte hat zu der Honorarentwicklung von plus 4,2 Prozent geführt", sagte Spitzenverbands-Vorstand Stefanie Stoff-Ahnis der FAZ.

Für den gleichen Zeitraum hat das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung starke Rückgänge in den ambulanten Fallzahlen festgestellt. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, sagte der FAZ, in der Pandemie verzeichneten die niedergelassenen Ärzte bei fallenden Umsätzen höhere Kosten: "Es bleibt in den Praxen also weniger Geld hängen als sonst." Gassen forderte, dass der staatliche Schutzschirm verlängert werden müsse. "Das sollte die Politik mindestens für das erste Halbjahr 2021 festschreiben", sagte er.

"Sonst kommen wir an einen Punkt, wo Praxen zumachen müssen." Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, kritisierte, dass die Hausärzte derzeit viele Patientenfragen nach der Corona-Impfung beantworteten, diese Beratung aber nur vergütet bekämen, wenn die Immunisierung anschließend auch erfolge. Die Medizinischen Fachangestellten in den Praxen seien durch das Coronavirus stark gefährdet und steckten sich überdurchschnittlich oft an. Sie zeigten aber dennoch viel Einsatz, auch in den Impfzentren. "Angesichts dieser Erfahrung ist es mehr als unverständlich, warum sie noch immer keinen staatlichen Corona-Bonus erhalten", sagte Weigeldt der FAZ.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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