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WAZ: Von Bankern und Kindern

Archivmeldung vom 09.03.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.03.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Wenn jemand einen Schaden verursacht, muss er dafür geradestehen. Sich aus der Verantwortung stehlen geht nicht - das bekommen schon kleine Kinder beigebracht. Doch das scheinen manche auf dem Weg ins Erwachsensein zu vergessen. Das zeigt sich auch in der Finanzkrise.

Wer löste sie aus? Die Bankenbranche. Wer muss also die Verantwortung übernehmen? Die Bankenbranche. Und wer wettert dagegen? Banker. Für sie ist es nämlich gewinnträchtiger, Krisenverluste auf andere, sprich die Steuerzahler, abzuwälzen. Das passiert momentan - siehe die Hypo Real Estate, die am Staatstropf hängt, oder die teilverstaatlichte Commerzbank.

Die Finanzkrise ist nicht vorbei, die Risiken aber ausgelagert - also spekuliert die Branche sorglos-munter weiter. Die Staaten werden's ja richten. Diese Mentalität aber führt wieder an den Abgrund, wenn die Politik nicht einschreitet. Daher ist es wichtig, über eine Bankenabgabe zu diskutieren, über eine Steuer auf Finanzgeschäfte und eine weltweite Aufsicht. Banker müssen lernen, die volle Verantwortung für ihr teils riskantes Tun zu tragen. Sie sind schließlich keine Kinder mehr.

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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