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Mittelbayerische Zeitung: Kein Ersatz für den Zivi

Archivmeldung vom 29.12.2011

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.12.2011 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Sie waren diejenigen, die sich Zeit nahmen zu einem kleinen Ratsch mit der allein stehenden Frau im Seniorenheim. Sie hatten stets ein gutes Wort auf den Lippen, wenn sie ihr "Essen auf Rädern" ablieferten. Sie waren ein Symbol der Menschlichkeit in einer Sozialbranche, die auch nicht ohne soziale Härten auskommt. Das Klima in den Pflegeheimen und Kliniken ist kälter geworden, seitdem es sie nicht mehr gibt.

Und niemand glaubt derzeit daran, dass aus dem Bundesfreiwilligendienst (BFD) einmal ein solcher Glücksfall wie der Zivildienst wird. Der BFD ist ein Derivat einer Grundsatzentscheidung über das Ende der Wehrpflicht. So richtig diese Entscheidung sein mag - ihre Kehrseite ist das schmerzliche Finale für einen Dienst an der Allgemeinheit, der nicht so leicht zu ersetzen ist - schon gar nicht durch einen Ersatz, den eine spürbar unwillige Familienministerin eingeführt und wenig dafür getan hat, um ihn attraktiver zu machen. Ein Dienst, der gerne als zeitlich flexible Warteschleife fürs Studium missbraucht wird und dessen Status eher dem einer miserabel bezahlten ABM-Stelle gleicht als einer Schule fürs Leben. Die Bundesregierung muss mehr für den BFD tun, damit mehr BFD-ler etwas für die Menschen tun können. Vielleicht sollte sich Thomas de Maizière einmal um die Sache kümmern.

Quelle: Mittelbayerische Zeitung (ots)

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