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Börsen-Zeitung: Rechtzeitig gegengesteuert

Archivmeldung vom 07.05.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 07.05.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die von BMW vorgelegten Quartalszahlen belegen, dass der Konzern die Rezession bisher besser bewältigt als Wettbewerber Daimler mit seiner Autosparte Mercedes-Benz. Während es den Münchenern gelang, zum Jahresauftakt 2009 den operativen Verlust in der Kernsparte auf 251 Mill. Euro zu begrenzen, schockierten die Stuttgarter in der vorigen Woche die Anleger mit einem Defizit von 1,1 Mrd. Euro.

In einer Zeit, in der andere Autoproduzenten weltweit an der Börse durchfallen und teilweise ums Überleben kämpfen, überzeugt BMW die Investoren mit einem Zwischenbericht, der die Einschätzung des Marktes bestätigt, dass die Bayern schneller die Absatzkrise meistern könnten als andere Hersteller.

Kein Wunder also, dass die Börse auf die BMW-Zahlen euphorisch reagierte. Zum Vergleich: Während das BMW-Papier seit Jahresanfang ein Drittel gewann, notiert der Daimler-Titel fast auf dem Niveau zu Jahresbeginn.

Die weiß-blaue Überzeugungskraft an der Börse basiert auf den Sparanstrengungen von BMW-Vorstandschef Norbert Reithofer. Der Konzern profitiert jetzt von seinem vor eineinhalb Jahren eingeleiteten Kostenabbau, während die zugespitzte Branchenkrise Daimler-Chef Dieter Zetsche relativ unvorbereitet traf. Die Münchener erlangten damit einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Schwaben, die verzögert auf den Absatzschwund mit umfangreichen Einsparungen antworten. Reithofer hat dank seines rechtzeitigen Gegensteuerns eine stärkere Bremsspur hingelegt als Zetsche, was sich nun für BMW auszahlt.

Ein Blick in die Bilanz zeigt, welche Kostenvorteile dadurch entstanden sind. Die Produktionskürzung in Verbindung mit einem größeren Personalabbau, Kurzarbeit sowie gesenkte Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen sorgten dafür, dass das Working Capital erheblich reduziert wurde, wodurch sich die zur Bewältigung der "größten Krise des Unternehmens" (Reithofer) entscheidende Cash- und Liquiditätslage wirkungsvoll entspannte. Reithofer schaffte damit Polster, die BMW robuster durch das Konjunkturtief steuern lassen als andere.

Die nächsten Monate werden jedoch zeigen müssen, ob sein Konzept nachhaltig wirkt. Die immer noch hohen operativen Risiken (unter anderem Restwerte für zurückgeführte Gebrauchtwagen) bergen ein Rückschlagpotenzial, was bei der Aktie Turbulenzen auslösen würde.

Quelle: Börsen-Zeitung (von Stefan Kroneck)

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