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Allg. Zeitung Mainz: Katastrophal

Archivmeldung vom 07.12.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 07.12.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott

Einfach mal machen, einfach entscheiden. Was haben die Camp-David-Verhandler, die Friedensnobelpreisträger mit ihrer Nahostdiplomatie denn schon erreicht? Nichts. Zwei Intifadas haben sie nicht verhindern können, die völkerrechtswidrige Besiedlung der Palästinensergebiete durch die Israelis nicht und die Spaltung der Palästinenser zwischen Hamas und Fatah ebenfalls nicht.

Hat doch recht der Trump, oder nicht? Am besten folgt nach der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels noch die Absage an die Zwei-Staaten-Lösung, von der doch eh alle wissen, dass sie keine realistische Perspektive mehr hat. Endlich mal klare Verhältnisse schaffen. Wenn es so einfach wäre. Die Folgen dieser Wildwest-Klarheit (mit der Trump nicht nur die jüdischen Kreise der US-Gesellschaft bedient, sondern auch die evangelikalen) sind ein großes Chaos. Terror und Krieg erhalten weltweit neue Nahrung. Die mühsame Annäherung zwischen Hamas und Fatah steht wieder auf der Kippe. In den Palästinensergebieten droht eine dritte Intifada.

In den arabischen Ländern werden die Salafisten und die Muslimbrüder gestärkt. Der Iran wird seine Machtbasen im Nahen Osten weiter ausbauen. Der Nato-Partner Türkei sieht sich in seiner islamistischen Entwicklung bestätigt und entfernt sich noch mehr vom Bündnis. Am Ende ist auch das Völkerrecht sturmreif geschossen. Der Krim-Annektierer Putin darf sich ebenso bestätigt fühlen wie perspektivisch alle übrigen Diktatoren, die ethische oder territoriale Begradigungen auf ihren Schreckenszetteln stehen haben. Was gäbe man doch für ein wenig Stillstand in der Weltpolitik.

Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz (ots) von Friedrich Roeingh