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Rheinische Post: Kohle statt Kirche

Archivmeldung vom 08.01.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.01.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott

Mag die Säkularisierung fortschreiten, ist die Kirche im Ort doch ein besonderer Bezugspunkt. Markenzeichen der Heimat, Stätte der Zusammenkunft. Auch in Immerath, wo heute St. Lambertus für die Braunkohlebagger weichen muss. Das 1888 erbaute Kirchenhaus wurde von den Bewohnern stolz "Dom" genannt. Jahrelang protestierten Bewohner gegen den Abriss. Vergeblich.

Das Verfassungsgericht schätzte das Gemeinwohl "Energieversorgung" höher ein als das "Grundrecht auf Heimat". Das Gotteshaus wurde entwidmet. Garzweiler hat in 50 Jahren 16 Orte und Kirchen platt gemacht. Sicher, alles rechtens. Man schüttelt trotzdem den Kopf. Der Braunkohle-Ausstieg ist Konsens, selbst die Betreiberfirmen wollen das Geschäft loswerden und verkaufen Kraftwerke. In Garzweiler wird trotzdem noch lange gebuddelt. Die NRW-Regierungen haben sich nie wirklich getraut, die Grundsatzentscheidung der damaligen SPD-Regierung von 1995 anzupacken. Schade! Man fragt sich heute, ob NRW nicht früher und energischer eine Energiewende hätte einleiten sollen.

Quelle: Rheinische Post (ots) von Michael Bröcker

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