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Andere fliegen ins Weltall, wir Deutschen schützen die Zauneidechse

Archivmeldung vom 13.07.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.07.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić

Klaus Kelle schrieb den folgenden Kommentar: "In diesen Minuten hebt der britische Milliardär Richard Branson mit seinem Raketenflugzeug „VSS Unity“ – es soll auf der ersten Etappe vom Trägerflugzeug „VMS Eve“ auf 15 Kilometer Höhe gebracht werden – zu einem Flug ins Weltall ab. Einem privaten Flug, denn Branson ist ein Unternehmer, ein Entrepreneur, einer, der eine Idee hat und sie so lange umzusetzen versucht, bis es klappt. Der Flug wird ihn und zwei Piloten sowie drei Mitarbeiter seiner Firma “Virgin Galactic” auf 88 Kilometer Höhe bringen."

Kelle weiter: "Was mir dabei besonders gefällt, ist, dass Branson sich ein Wettrennen mit einem anderen Milliardär liefert: Jeff Bezos. Der ist Gründer von Amazon und hat ein geschätztes Vermögen von 200 Milliarden Dollar. Wie es aussieht, gewinnt Branson die erste Runde, Bezos zieht dann in elf Tagen nach.

Es ist so deprimierend, dass es heute in Deutschland keine solchen Typen gibt, keine Visionäre, keine, die etwas wirklich Großes wagen. In Deutschland geht es nur um Sicherheit, bloß kein Risiko eingehen. Der Manteltarifvertrag ist wichtig, fünf Euro Kindergeld mehr, die Abrechnung des Kilometergeldes und die nächste Abgassonderuntersuchung. Und alle finden das völlig normal.

Und so fliegt Herr Branson gerade ins Weltall und erfüllt sich einen Traum. Ich habe eben im Radio gehört, dass sich schon 650 wohlhabende Personen weltweit bei ihm gemeldet haben, die bereit sind, für eine kleine Spitztour ins All je 250.000 Dollar bei ihm hinzublättern.

Währenddessen bemühen sich zwei Umweltgruppen in Brandenburg darum, den Bau von Elon Musks Gigafactory in Grünheide gerichtlich stoppen zu lassen. Musk will auch ins All, und baut zudem in einem strukturschwachen Bundesland Tesla-Autos und schafft mindestens 15.000 gut bezahlte Jobs – für Familien, die keine Sorgen mehr um ihr Einkommen und die Raten für das Eigenheim haben müssen. All das soll zurückstehen hinter den Bedürfnissen von Schlingnattern und Zauneidechsen. Kann man machen, wenn man Deutschland ist. Der Rest der Welt lacht inzwischen über uns.

Dieses Land ist krank, und es schmerzt mich fast körperlich, was für eine träge und ängstliche Fit-für-Fun-Gesellschaft wir geworden sind. Überall auf der Welt werden die großen Räder gedreht, bei Technologie und Innovation sind vor allem die Amis Lichtjahre voraus, gefolgt von den stark aufholenden Chinesen. Europa? Deutschland? Vergessen Sie es!"

Quelle: Reitschuster von Klaus Kelle

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