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Neues Deutschland: zur Waffenruhe im Gaza-Streifen

Archivmeldung vom 14.02.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.02.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Am Freitagmorgen schlugen drei selbst gebaute »Raketen« auf israelischem Boden ein, richteten aber keinen Schaden an. Wenig später wurde bei einem israelischen Luftangriff auf den Gaza-Streifen ein Mensch getötet, drei wurden verletzt.

Nichts spricht dafür, dass solcher »Schlagabtausch« in absehbarer Zeit endet, auch die Nachricht nicht, dass sich Israel und die Hamas »im Grundsatz« auf eine 18-monatige Waffenruhe geeinigt hätten. Wer daraus »neue Hoffnung für Nahost« schöpft oder gar erwartet, dass dort binnen drei Tagen so etwas wie Frieden einzieht, muss nach aller Erfahrung als Fantast gelten. Nicht dass arabischen Palästinensern und Israelis das Schweigen der Waffen nicht zu wünschen wäre. Es wäre in der Tat fantastisch - und für beide Seiten überlebenswichtig. Doch schon die Art des Zustandekommens und die Bedingungen der bisher nur von einer Seite (Hamas) offiziell bestätigten Vereinbarung lassen alle Hoffnung als verfrüht erscheinen. Die Widersacher reden nicht miteinander, sondern nur mit ägyptischen Vermittlern. Israel hebt die Blockade des Gaza-Streifens nicht auf, sondern »lockert« sie. 80 Prozent des früheren Warenverkehrs sollen fließen. Waren die Gaza-Bewohner früher überversorgt? Hamas aber soll jeglichen Angriff auf Israel und seine Grenze ausschließen. Selbst wenn die Führung der Organisation das wollte - garantieren kann sie es angesichts der verzweifelten Lage zu vieler Palästinenser nicht. Und was spricht dafür, dass eine künftige israelische Regierung auf  Verzweiflungstaten anders reagiert als jene, die noch vor einem Monat einen mörderischen Krieg gegen die Bevölkerung des Gaza-Streifens führte?

Quelle: Neues Deutschland

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