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Hypothek für 2021

Archivmeldung vom 29.12.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.12.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt

Nun hat es auch der Dax geschafft. Nachdem die Wall Street schon seit geraumer Zeit von Rekordhoch zu Rekordhoch geeilt war und auch die Nebenwerteindizes längst Höchststände erreicht hatten, hat der deutsche Leitindex am ersten Handelstag nach Weihnachten seine Bestmarke von 13.795 Zählern vom zurückliegenden Februar überwunden und ist erstmals über die Schwelle von 13.800 Punkten gestiegen. Zu verdanken ist das einem reichlich gedeckten Gabentisch. Quasi in letzter Minute sind sich die EU und die britische Regierung noch einig geworden und haben einen harten Brexit vermieden, US-Präsident Donald Trump hat das zunächst von ihm abgelehnte Corona-Hilfspaket doch noch durchgewunken.

Die Perspektiven für das kommende Jahr hellen sich zusehends auf. Der sich mit dem Beginn der Impfkampagnen abzeichnenden Normalisierung des öffentlichen Lebens und der Erholung der Wirtschaft droht nun keine Belastung durch die Folgen eines chaotischen Austritts Großbritanniens aus der EU. Darüber hinaus nimmt auch das Risiko von Störfeuern aus Washington ab, wenn Joe Biden das Ruder übernimmt und das Polit-Chaos im Weißen Haus ein Ende findet. Dadurch wird der Handelskonflikt zwar nicht beendet. Aber das Risiko einer für die Aktienmärkte belastenden Eskalation wird deutlich reduziert, wenn in dem Streit verstärkt wieder diplomatische Mittel zum Einsatz kommen.

In Kombination mit der ultraexpansiven Geldpolitik und dauerhaft sehr niedrigen Zinsen ist die Grundlage für weitere Kursgewinne an den Aktienmärkten gelegt, so dass es nur eine Frage der Zeit sein dürfte, wann der Dax die nicht mehr ferne Schwelle von 14.000 Zählern durchbricht. Es steht sehr viel anlagensuchendes Geld be­reit, und es mangelt angesichts des auf mehr als 18 Bill. Dollar angeschwollenen Bergs negativ rentierender Anleihen an Alternativen zu Dividendentiteln.

Durch die Hausse des vierten Quartals hat sich aber auch eine Hypothek für 2021 aufgebaut. Mit den stark gestiegenen Kursen und Bewertungen ist die Erholung der Wirtschaft zu einem großen Teil vorweggenommen, was zu Lasten der erwartbaren Performance geht. Das von Banken am häufigsten genannte Dax-Ziel liegt bei 14.000 Punkten. Damit müssten entweder die Prognosen verändert werden oder es müsste konstatiert werden, dass mit dem Dax nicht mehr viel zu holen ist. Derzeit spricht aber das Umfeld dafür, dass der Index eher Richtung 15.000 Punkte marschieren wird.

Quelle: Börsen-Zeitung (ots)

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