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Lausitzer Rundschau: Arbeitslosenzahl sinkt auf 3,5 Millionen

Archivmeldung vom 02.04.2008

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.04.2008 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Anhänger einer typischen Bundesliga-Mittelmaß-Mannschaft wie zum Beispiel Hertha BSC Berlin kennen das Phänomen: Kaum haben die mal gewonnen, redet die ganze Region schon von der Champions League. Und so spricht die Politik jetzt beim Arbeitsmarkt vom Ziel der Vollbeschäftigung - erst Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD), dann Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und nun Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD).

Das ist bei 3,5 Millionen Arbeitslosen selbst dann als voreilig anzusehen, wenn es im Herbst nur drei Millionen sein sollten. Die Entwicklung ist eher vielschichtig und verdeckt strukturelle Probleme. Die jetzige Erholung spiegelt zwar Positivfaktoren wie den milden Winter und den erstaunlich robusten Aufschwung der deutschen Wirtschaft wider; auch dürfen die Statistiker darauf setzen, dass die demografische Entwicklung, also der Mangel an jungen Menschen, den Arbeitsmarkt dauerhaft entlastet. Das könnte bald sogar bis hin zum Personalmangel in etlichen Berufen gehen. Auf der anderen Seite aber liegt die Langzeitarbeitslosigkeit vor allem der gering Qualifizierten wie Blei. Zudem sind in den aktuellen Zahlen die Effekte der Finanzmarktkrise und der sich abzeichnenden Konjunktureintrübung noch nicht berücksichtigt. Die Großunternehmen planen schon jetzt Entlassungen, der Mittelstand wird folgen, wenn der Export einbrechen sollte und der Konsum weiterhin nicht anspringt - und der öffentliche Dienst wird nach dem Tarifabschluss sicher eher kleiner als größer werden. Wer Vollbeschäftigung tatsächlich will, muss also noch viel tun in Deutschland - vor allem an drei Fronten: Bildung, Bildung und nochmals Bildung.

Quelle: Lausitzer Rundschau

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