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Neue OZ: Jung unter Beschuss

Archivmeldung vom 18.08.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.08.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Das saß, Herr Ex-Verteidigungsminister! Militärs sprechen vom "friendly fire", wenn Kameraden von eigenen Leuten aus Versehen getroffen werden. Rühe schießt gleichwohl mit Absicht auf seinen Parteifreund Jung.

Den amtierenden Verteidigungsminister wenige Wochen vor der Bundestagswahl derart anzugehen ist äußerst ungewöhnlich, aber symptomatisch für die Stimmungslage in Deutschland. Rühes Forderungen nach einem schnellen Abzug der Bundeswehr vom Hindukusch entspricht dem Meinungsbild der Mehrheit der Bürger.

Zweifelsohne stimmt Rühes hartes Urteil: Der internationale Einsatz ist ein Desaster. Darüber können auch nicht die Wahlen in Kabul hinwegtäuschen. Denn das grundlegende Ziel der Mission ist nach rund acht Jahren noch immer nicht erreicht: den Krisenherd so weit zu stabilisieren, dass das Land nicht wieder zu einem Sammelbecken für islamistische Terroristen wird. Vielmehr rücken die Taliban vor. Ihre Zermürbungstaktik zeigt Erfolge.

Warnungen vor dieser fatalen Entwicklung gab es vor Jahren, doch die westlichen Regierungen wiegelten lange ab. Jetzt droht eine verheerende Niederlage. Nur ist ein schneller Abzug keine Lösung. US-Präsident Obama weiß, dass der Konflikt gewonnen werden kann. Die dafür notwendigen Mittel wird er seinen Generälen zur Verfügung stellen - notfalls im Alleingang.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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