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Aufschwung abgesagt? – Es fehlt Material!

Archivmeldung vom 12.06.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.06.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić

Hermann Ploppa schrieb den folgenden Kommentar: "Nach dem starrsinnigen Beharren der Bundesregierung auf dem Lockdown kommt die deutsche Wirtschaft nicht mehr richtig auf die Füße. So schnell kann der Traum vom eigenen Haus vorbei sein: da hat der Bauherr die Planung schon fertig. Kredite sind bewilligt. Die Baufirma kann anrücken. Genehmigungen sind in trockenen Tüchern. Und dann der Knall: das Haus kann nicht gebaut werden. Es gibt in Deutschland schlicht kein Bauholz mehr! (1). Das ist Realität im Jahr Eins nach Corona-Beginn."

Ploppa weiter: "

Während in Deutschland die Wirtschaft in Fesseln liegt, brummt die Konjunktur in Ostasien, und nach der Lizenz zum hemmungslosen Gelddrucken neuerdings auch in den USA. Diese Länder sind derart gedopt, dass sie für Bauholz jeden Preis der Welt zahlen. Für Konstruktionsholz blättern die Kunden das Doppelte, und für Dachlatten gar das Dreifache des Vor-Corona-Preises auf den Tisch (2). Auch Holzpaletten, Träger der meisten Waren auf dieser Welt, sind selber Mangelware geworden.

Schon tummeln sich die Holzhändler bei Wirtschaftsminister Peter Altmaier zur Holz-Runde. Im Gespräch ist, Einschlagbegrenzungen für Fichtenholz, die bis zum September gelten, aufzuheben und die Bäume jetzt schon zu fällen. Da stoßen die Holzunternehmer allerdings an die nächste Grenze. Zum einen setzen Naturschutzgesetze dem Baumeinschlag in den Sommermonaten enge Grenzen. Zum anderen sind jahrelang die deutschen Wälder derart unsachgemäß mit so genannten Harvester-Baumschälmaschinen ruiniert worden, dass Dürre und Käferbefall den traurigen Forst-Resten massiv zu schaffen machen (3). Der Traum vom Eigenheim ist an dieser Stelle leider oft ausgeträumt. Denn auch alternative Baustoffe sind stark verteuert. Selbst für Metallschrott muss man jetzt 62.7 Prozent mehr hinlegen als vor einem Jahr (4).

Der Schluck Benzin an der Tanksäule für das eigene Auto kostet mittlerweile ein Drittel mehr als vor Corona. Das liegt daran, dass der Öldurst in Fernost enorm zugenommen hat, und die großen Öllieferanten wie Russland und Saudi-Arabien sich augenblicklich nicht gegenseitig unter Druck setzen, ihre Förderquoten zu erhöhen. Aus Öl macht man Polyethylen, und daraus wird Plastik. Achtzig Prozent aller Unternehmen in Deutschland klagen über einen schmerzhaften Mangel an Kunststoff. Die Lieferzeiten für das synthetische Material erstrecken sich auf vierzehn bis sechzehn Wochen.

Mara Hancker, Sprecherin der Industrievereinigung Kunststoffverpackungen: „… aktuell steht die Partnerschaft von Erzeugern und Verarbeitern unter Stress. Denn Rohstoffe nahezu aller Kunstofftypen sind knapp und die Preise explosionsartig gestiegen. Der Boom in Asien saugt Rohstoffe geradezu auf." (5).

Der Hase und der Igel. Deutschland und China. Zu spät aus dem Corona-Winterschlaf aufgewacht. Der Lockdown-Wahn als empfindlich spürbarer Wettbewerbsnachteil, um in der Sprache der Ökonomen zu bleiben.

Und weil im letzten Jahr der Seetransport durch Corona-Beschränkungen in den Boden gestampft wurde, kommen die Container-Kapazitäten jetzt nur mühsam wieder in Fahrt. So kostet der Container-Transport von einem beliebigen chinesischen Hafen nach Amsterdam jetzt achtmal so viel wie vor Corona. Das zahlt selbstverständlich der Endverbraucher.

Am Mangel an Halbleitern leidet nun allerdings auch die Wirtschaft der Volksrepublik China (6). ... hier weiterlesen: https://kenfm.de/aufschwung-abgesagt-es-fehlt-material-von-hermann-ploppa

Quelle: KenFM von Hermann Ploppa

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