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Südwest Presse: Kommentar zu Kassenpatienten

Archivmeldung vom 02.04.2008

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.04.2008 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Eine Zwei-Klassen-Medizin droht nicht in Deutschland - es gibt sie längst. Für diese Erkenntnis wäre keine Umfrage von Kölner Forschern nötig gewesen, die viel zu wenige Fachärzte bei der Terminvergabe getestet haben, um repräsentativ zu sein.

Man muss sich nur in der eigenen Umgebung umhören, wie lange Kassenpatienten beispielsweise auf eine neue Hüfte warten müssen und wie kurz Privatpatienten. Der Grund ist einfach: die Rationierung bei den gesetzlichen Krankenkassen. Es hilft gar nichts, dass Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) sie ständig leugnet. Diese ist Alltag. Durch die Deckelung der Ausgaben bekommen Ärzte immer weniger Geld für die einzelne Behandlung, zumal am Ende des Quartals. Wer wollte ihnen verübeln, wenn sie Termine verschieben. Zumindest, solange das nicht auf Kosten der Gesundheit geht. Die Ärzte bekommen für Privatpatienten nicht nur mehr, sondern auch sicher Geld. Dass die betroffenen Patienten darüber klagen, ist nur zu gut verständlich. Aber es gibt nur ein Gegenmittel: mehr Geld für das chronisch unterfinanzierte Gesundheitswesen. Immer wieder ist zwar von Milliardenbeträgen die Rede, die verschwendet werden. Diese Verschwendung auszumerzen, ist aber noch keinem gelungen - auch weil kein Beteiligter zugibt, unnötig Geld zu kassieren. Steigende Kassenbeiträge passen aber nicht zum Versprechen, alle sollten mehr Geld in der Tasche haben. Beides zusammen geht leider nicht.

Quelle: Südwest Presse

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