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Rheinische Post: Grausige Chimäre

Archivmeldung vom 03.04.2008

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.04.2008 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Dass die jüngsten Klonerfolge britischer Forscher als eine Frankenstein-Fortsetzung beschrieben werden, ist falsch: Denn Dr. Frankenstein hantierte in dem Roman von Mary Shelley vergleichsweise "human", als er sein Monster aus Leichenteilen zusammensetzte.

Die Forscher des 21. Jahrhunderts hingegen erzeugen aus tierischen Eizellen menschliches Erbgut  so genannte Chimären. Spätestens hier hat die Debatte um eine Ethik des Heilens ihre letzten Grenzen gefunden. Denn es ist ja nicht nur die Kälte einer radikal-positivistischen Wissenschaft, die uns mit dieser Kunde anweht. Die Existenz der Chimären sind für uns Menschen im tiefsten Sinne des Wortes beschämend; sie befreit unsere Gesellschaft von allem  von ethischer und christlicher Verantwortung. Denn die erwächst nicht aus dem Streben nach Unsterblichkeit, sondern gerade aus dem Wissen um Vergänglichkeit. Wer die Experimente zuende denkt  und Wissenschaftler denken ihre Versuche gern zuende,  wird merken, dass der Boden, auf dem wir stehen, dünn zu werden beginnt. Frankenstein wird im Romantitel auch ein "moderner Prometheus" genannt. Der aber gilt nicht nur als Schöpfer von Mensch und Tier, sondern auch als Kulturstifter. Heile Horrorwelt!

Quelle: Rheinische Post


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