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Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zum Doppelpass

Archivmeldung vom 18.03.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.03.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott

Gäbe es keinen Doppelpass in Deutschland, würde es hierzulande auch keinen türkischen Wahlkampf um das Votum stimmberechtigter Deutsch-Türken geben. Die Gleichung klingt stimmig. Doch so einfach ist die Lage nicht. Auch wenn die Bilder von fanatischen Erdogan-Anhängern auf deutschen Plätzen und in deutschen Hallen verstören: Dass ausgerechnet sie der Beweis sein sollen, dass sich der 2014 auf Druck der SPD von der großen Koalition beschlossene vorbehaltlose Doppelpass nicht bewährt hat, lässt sich nicht nachweisen.

Auch wenn es in diesem Land eine große Zahl von türkischen Doppelstaatlern gibt, die zwar den Pass, nicht aber die Bürgerschaft angenommen haben. Das mag man zu Recht undankbar, auch inakzeptabel nennen - auch wenn man um die Feststellung nicht herumkommt, dass es ein zum Teil offener und diskriminierender Alltagsrassismus ist, der die Integration erschwert.

Quelle: Stuttgarter Nachrichten (ots)