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Börsen-Zeitung: Fait accompli

Archivmeldung vom 29.04.2008

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.04.2008 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Nach monatelanger Schlammschlacht um Freenet hat das Unternehmen nun selbst Tatsachen geschaffen. Mit der Entscheidung für einen Schulterschluss mit Debitel droht Freenet nicht länger das Filetierbeil, das Konkurrent United Internet mit lautem Getöse geschwungen hat. Stattdessen haben die Hamburger selbst das Heft des Handelns zurückgewonnen.

Die Aktionäre sehen es mit gemischten Gefühlen, wie die Achterbahnfahrt der Aktie nach Bekanntwerden der Transaktion zeigt. Kein Zweifel, ein Großteil hätte gern eine Cash-Offerte des größten Einzelaktionärs United Internet über 17,30 Euro je Freenet-Aktie angenommen, statt Anteilseigner eines Unternehmens zu werden, das in einem von Preisverfall und Wettbewerbsdruck geprägten Mobilfunkmarkt zusehen muss, wie es einen hohen Schuldenberg abbaut und deshalb die Dividende fürs laufende Jahr sogleich für gestrichen erklärt.

Dieses für die ausstiegswilligen Freenet-Aktionäre betrübliche Szenario - zu dem noch die Verwässerung ihrer Anteile durch den neuen Großaktionär Permira kommt - verkennt allerdings, dass United Internet, niemals bereit war, sich die begehrten DSL-Aktivitäten von Freenet zu jedem Preis zu sichern. Stattdessen kauft man in Montabaur gern billig oder gar nicht. Letzteres wird sich bald zeigen, denn Freenet und Debitel haben mit ihrem Deal zugleich den lange erwarteten Startschuss für die Konsolidierung im deutschen Telekommunikationsmarkt gegeben, die sowohl im Mobilfunk als auch im breitbandigen Festnetz (DSL) überfällig ist. Als neue Nummer 3 im Mobilfunkmarkt will Freenet sich - meistbietend - von seinen Randaktivitäten trennen. Dazu zählt in erster Linie der DSL-Kundenstamm, auf den außer United Internet auch andere, namentlich Versatel und auch Telefónica, ein Auge geworfen haben.

Für die bei Freenet engagierten institutionellen Investoren mag dies ein schwacher Trost sein, denn die Erlöse müssen zunächst in die Schuldentilgung gesteckt werden. Bis sich der Aktienkurs, aus dem vorläufig die Übernahmephantasie entwichen ist, kraft Umsatz- und Ertragswachstum der neuen Gruppe spürbar nach oben bewegt, dürfte einige Zeit verstreichen. Der Debitel-Eigner Permira, für den der Deal den Charme eines sonst kaum in Aussicht stehenden Exits hat, wird als neuer Freenet-Aktionär ebenfalls Geduld mitbringen müssen.

Quelle: Börsen-Zeitung (von Heidi Rohde)

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