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Börsen-Zeitung: Wo geht's hier lang?

Archivmeldung vom 29.08.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.08.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott

Schon in wenigen Jahren sollen Autos uns nicht nur den Weg weisen, sondern gezielt von A nach B bringen. Eine ganze Reihe von Firmen kämpft darum, eine Schlüsselposition in der Zukunft der Mobilität einzunehmen: Autohersteller, Zulieferer, Computerkonzerne wie Apple, Chiphersteller wie Nvidia, Internetkonzerne wie Alphabet und Fahrdienstleister wie Uber erwarten, dass die automobile Zukunft selbstredend selbstfahrend sein wird.

Doch dafür, dass sie uns den Weg in die Zukunft weisen wollen, scheinen die Konzerne selbst noch nicht besonders genau zu wissen, wo es langgehen soll. Das aktuellste Beispiel liefert der japanische Autobauer Toyota. Wenn es um hocheffiziente Fertigung geht, macht den Japanern - das räumen hinter vorgehaltener Hand selbst Vertreter der hiesigen Autoindustrie ein - so schnell niemand etwas vor.

Wenn es um Zukunftsthemen wie autonomes Fahren und Mobilitätsdienstleistungen geht, wirkt der zweitgrößte Autobauer der Welt bei seinen Versuchen, etwas auf die Beine zu stellen, allerdings zuweilen unbeholfen und nachgerade planlos. Großzügig wird mit Geld um sich geschmissen in der Hoffnung, dass irgendwo doch bitte etwas davon kleben bleibt. Nun werden also 500 Mill. Dollar in den weltgrößten Fahrdienstleister Uber gesteckt. Zuvor hatte man dem asiatischen Pendant Grab schon 1 Mrd. Dollar zuteilwerden lassen.

Freundlich formuliert könnte man sagen, Toyota ist bei den global führenden Mobilitätsdienstleistern relativ früh dabei, während etwa VW, Daimler und BMW auf kleine, noch unbedeutende Anbieter wie Gett oder Mytaxi setzen. Allerdings trauen sich die deutschen Hersteller bei ihren Mobilitätsdiensten zumindest in den Fahrersitz, während es Toyota scheinbar genügt, als Beifahrer bei diversen Partnern Platz zu nehmen.

Dass mit einer Investition noch längst kein Ticket für eine dauerhafte Mitfahrgelegenheit gelöst wurde, sollte sich Toyota unterdessen bewusst machen. US-Wettbewerber General Motors hatte 2016 ebenfalls rund eine halbe Milliarde Dollar in den kleineren Uber-Rivalen Lyft investiert, nur um zuzusehen, wie dieser im Herbst 2017 eine Partnerschaft mit dem Erzrivalen Ford einging. GM arbeitet mittlerweile mit Uber zusammen, wo nun wiederum Toyota einen Fuß in der Tür hat. Anders als in Kundenbeziehungen entscheidet der Fahrdienstleister bei Partnerschaften selbst, wo die Reise endet. Toyota zeigt, dass man nicht autonom fahren können muss, um das Steuer aus der Hand zu geben.

Quelle: Börsen-Zeitung (ots) von Sebastian Schmid

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