Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation
Sie sind hier: Startseite Meinungen/Kommentare Neues Deutschland: zum Streit um die Friedensnobelpreis-Verleihung

Neues Deutschland: zum Streit um die Friedensnobelpreis-Verleihung

Archivmeldung vom 09.12.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.12.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Man wird sagen: Typisch, diese Blockkonstellation; diese »Brüder« haben alle keine saubere Weste, die mit China die Verleihung des Friedensnobelpreises boykottieren. Russland, Kuba, Iran...

In der Tat, dort ist einiges im Argen, wird aber nicht besser durch auswärtige Belehrungen von der hohen Warte sich als lupenrein dünkender Demokraten. Leise Worte und kleine Gesten sind, wie die Geschichte lehrt, wirkungsvoller. Oslo ehrt Liu Xiaobo »für seinen langen und gewaltlosen Kampf für fundamentale Menschenrechte in China«. Diese Rechte seien Voraussetzung für die »Verbrüderung der Nationen«, wie Alfred Nobel in seinem Testament schrieb. Zugleich konzedierte die Jury, dass China in den letzten Jahrzehnten enorme, in der Geschichte unvergleichliche wirtschaftliche Fortschritte erreicht und hunderte Millionen Menschen aus Armut befreit habe (sic!). Es hätten sich dort auch die Möglichkeiten politischer Teilnahme verbessert, wird eingeräumt. Aber dies genügt nicht. So ist die Ehrung als Druckmittel nicht misszuverstehen. Solidarität mit einem politischen Gefangenen, der eine Verfassungsänderung anstrebt, kann man anders bezeugen. Verbrüderung gelingt nicht per Konfrontation. Das betrifft auch Peking: Mag man die gekränkte Antwort (»antichinesische Posse«) noch verstehen - ein Krimineller ist nicht, wer für Menschenrechte eintritt. Ob in China, Iran, den USA... Kriminell ist es dagegen, Menschenrechte zu verletzen. Und sei es durch Hartz-Gesetze. 

Quelle: Neues Deutschland

Videos
Inelia Benz über Krankheit und Tod
Inelia Benz über Krankheit und Tod
Inelia Benz: "Was wäre, wenn...?"
Inelia Benz: "Was wäre, wenn...?"
Termine
Newsletter
Wollen Sie unsere Nachrichten täglich kompakt und kostenlos per Mail? Dann tragen Sie sich hier ein:
Schreiben Sie bitte putten in folgendes Feld um den Spam-Filter zu umgehen

Anzeige