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Neue OZ: Das Scheitern kann nicht überraschen

Archivmeldung vom 29.05.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.05.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die Enttäuschung über das Scheitern der Opel-Sitzung ist verständlich - die Überraschung aber nicht. Und es wäre verkehrt, die Verantwortung für diese Nacht sowie das Geschehen der nächsten Wochen allein in die USA abzuschieben. So war das aktuelle Treffen offenkundig schlecht vorbereitet.

Zudem standen überzogene Erwartungen im Raum. Als würden sich die GM-Chefs ernsthaft viel Zeit dafür nehmen, was mit Opel passiert. Derzeit haben sie angesichts der eigenen Insolvenz, die für Montag erwartet wird, aus plausiblen Gründen größere Sorgen.

Ohnehin müssen sich die Amerikaner an Recht und Gesetz halten. Und im Vorfeld einer absehbaren Pleite Werte aus dem Unternehmen zu nehmen, Opel also quasi schuldenfrei zu verschenken: Das wäre Betrug an GMs Gläubigern und würde eine Reihe berechtigter Klagen vor Gericht nach sich ziehen. Umgekehrt scheint es die Berliner Politiker zumindest rhetorisch nicht zu stören, über rechtliche Verpflichtungen hinwegzusehen. Denn, wie geschehen: Finanzielle Verheißungen an nationale Standortgarantien zu knüpfen widerspricht den Wettbewerbsregeln der EU.

Auch hier zeigt sich, dass der Rettungsversuch politisch, juristisch und wirtschaftlich weit komplexer ist, als es viele wahrhaben wollen. Vermutlich zu komplex - zumal sich eine selbstständige europäische Opel-Einheit auf Dauer wahrscheinlich nicht mal halten könnte.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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