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OV: Unfrieden am Hindukusch

Archivmeldung vom 02.11.2011

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.11.2011 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Das Problem Afghanistan ist - auch - ein geografisches Problem. Denn in den Grenzen dieses Landes lebt keine Nation. Paschtunen, Tadschiken, Hazara und Usbeken sind die großen Volksstämme, die das Land bewohnen, wobei die Paschtunen als größte Gruppe noch am ehesten staatstragend agieren. Das zentralasiatische Land ist kein Geografie-Einzel-Problemfall. Auf dem afrikanischen Kontinent sind praktisch alle Staaten das Produkt kolonialer Interessen, ein fatales Erbe, das bis heute unvermindert unheilvoll nachwirkt.

Im Fall Afghanistan sind die Große Versammlung, die sich am 16. November in Kabul konstituiert, sowie die große Konferenz in Bonn am 5. Dezember die vielleicht letzten Gelegenheiten, friedliche Weichen für die Zeit nach 2014 zu stellen, wenn die Afghanen wieder auf sich allein gestellt sind. Verhandelt werden die Beziehungen zu den Taliban und den Vereinigten Staaten. Zwei völlig unversöhnliche Parteien. Nein, die Aussichten auf Frieden am Hindukusch stehen denkbar schlecht.

Quelle: Oldenburgische Volkszeitung (ots)

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