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Rheinische Post: Gute Bildung

Archivmeldung vom 03.04.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.04.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Der Vorschlag von NRW-Sozialminister Laumann, die Hartz-IV-Sätze für Kinder individuell festzulegen, hat Charme. Damit stellt Laumann endlich die schräge Debatte um faule Arbeitslose und unfähige Hartz-IV-Eltern vom Kopf auf die Füße.

Laumann geht davon aus, dass arbeitslose Eltern ihren Kindern in der Regel gute Mütter und Väter sind. Es ist nur konsequent, ihnen auch die Bildung ihrer Kinder zu überlassen. Doch die Hartz-IV-Debatte ist nicht ohne Grund geführt worden. Die Milieus, in denen ganze Familien vom Opa bis zum Enkel von Hartzx0fIV abhängen, die gibt es eben auch. Sie haben es verlernt, mit dem Streben nach Bildung für die Zukunft ihrer Kinder zu sorgen. Kindern aus diesen Familien kann nur der Staat mit Sport-, Musik- und Nachhilfe-Angebote helfen. Dennoch wird die Idee der individuellen Hilfen für Hartz-Familien schwierig umzusetzen sein. Selbst wenn die Fallmanager die Familien gut kennen, ist fraglich, ob sie jede Einzelsituation gerecht und angemessen beurteilen können. Da ist reichlich Streit in Sicht. Zweifelhaft ist auch, ob eine solche Praxis, nach der die einen Geld und die anderen Sachleistungen erhalten, dem Gleichheitsgrundsatz in der Verfassung entspricht.

Quelle: Rheinische Post

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