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Neue OZ: Angst und Anarchie

Archivmeldung vom 02.12.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.12.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Es ist ein weiterer trauriger Höhepunkt in Mexikos täglichem Krieg gegen Banden und Drogenkartelle: Nach nur zwei Monaten im Amt wurde die Polizeichefin einer Kleinstadt von skrupellosen Mördern erschossen. Gleichzeitig entdecken Fahnder ein neues Massengrab. Mexiko versinkt zunehmend in Angst und Anarchie.

Nirgendwo sterben so viele Menschen durch Straftaten, kaum ein anderes Land kennt mafiöse Strukturen, die vergleichbar mächtig sind, den Staat und seine Institutionen zu zersetzen. In vielen Regionen und Städten hat die Polizei nach Anbruch der Dunkelheit keine Kontrolle mehr. Kriminelle liefern sich stundenlange Gefechte mit schwer bewaffneten Sondereinsatztruppen. Bürger in höchsten Ämtern werden von den Kartellen bedroht oder gekauft.

Mit harter Hand versucht die Regierung von Präsident Felipe Calderon, Korruption und Gewalt zu bekämpfen. Das ist notwendig und richtig - doch Gewalt erzeugt Gegengewalt. Ein Ausweg aus der Spirale kann nur ein Schulterschluss der Zivilgesellschaft sein, die sich öffentlich, aber auch im Privaten gegen das kollektive Trauma stemmt. Das erfordert viel Mut. Gleichzeitig muss der Staat massiv in Bildung, Kultur und ein soziales Netz für die Ärmsten investieren, um wenigstens die künftige Generation vor einer Abkehr von Moral und Anstand zu bewahren.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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