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FZ: Unabsehbare Folgen

Archivmeldung vom 23.01.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.01.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Zehn Tage nach der Katastrophe vor der italienischen Insel Giglio entwickelt sich das Geschehen um das havarierte Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" zum peinlichen Krimi um Schuld und Sühne. Die Verantwortung für Chaos und grobe Fahrlässigkeiten versuchen sich der Kapitän und die Reederei gegenseitig zuzuschieben. Dass die Black Box darauf keine Antwort geben wird, weil das Backup der Sprachaufzeichnung seit 15 Tagen defekt war, wie Kapitän Francesco Schettino aussagte, zeigt entweder, wie fahrlässig man mit einem wichtigen System an Bord umging oder dass hier bewusst getrickst wurde.

Fest steht, viele Fragen werden unbeantwortet bleiben. Ohnehin ist das Ausmaß der Katastrophe noch nicht abzusehen. Nicht nur weil noch immer über 20 Menschen vermisst werden, sondern auch weil die Umwelt in der Küstenregion durch den hochgiftigen Treibstoff gefährdet ist. Sollte der ins Meer geraten, dann werden zwar keine Menschen mehr, aber die Fauna und Flora eines der letzten Rückzugsgebiete vor den ohnehin schwer belasteten italienischen Küsten sterben. In der Folge wäre auch der Tourismus bedroht. Die Vorgänge haben gezeigt, dass die Kreuzfahrtbranche einen gefährlichen Kurs nimmt: Die Schiffe werden immer größer, die Passagen immer billiger. Die Konsequenz: Bei einer Havarie wird es immer schwieriger, geordnete Rettungsaktionen für Tausende von Menschen durchzuführen. Gleichzeitig wird unter zunehmendem Preisdruck unqualifiziertes, billiges Personal eingestellt, das bei unvorhergesehenen Ereignissen überfordert ist. Lippenbekenntnisse, man wolle Notfall- und Sicherheitsregeln prüfen, klingen wie Hohn. Eine Korrektur ist nicht in Sicht, Traumschiffe werden zum Risiko für Passagiere und Umwelt. Wäre der Anlass nicht so tragisch, könnte man galgenhumorig lachen: Ein Brite konnte noch zwei Tage nach dem Unglück eine Kabine auf der "Costa Concordia" buchen. Das haben wir uns als Kinder beim Lesen von Gruselmärchen immer gewünscht: Als blinder Passagier auf einem Geisterschiff mitzufahren. Aber nicht auf einem Kreuzfahrtriesen, auf dem Tod, Vernichtung, Chaos und Inkompetenz bittere Realität geworden sind.

Quelle: Fuldaer Zeitung (ots)

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