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Neue OZ: Würdeloses Experiment

Archivmeldung vom 24.02.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 24.02.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Eine krebskranke Quoten-Queen führt ihren Todeskampf, und die Kameras halten brutal drauf beim Zerfall des Körpers. Was bald erschreckende Wirklichkeit im britischen TV-Menschenzoo werden dürfte, wäre in Deutschlands Privatsendern so nicht möglich - und das ist auch gut so.

Sein eigenes Schicksal im Schmuddel-Fernsehen zu vermarkten, bis hin zum Sterben in Großaufnahme, live und in Farbe: Das ist ein würdeloser Tabubruch. Selbst wenn er für den vorgeblich guten Zweck geschieht, die eigenen Kinder zu versorgen.

Tabus und Grenzen der Öffentlichkeit aber haben ihren Sinn. Sie bieten dort (Selbst-)Schutz, wo Vertraulichkeit und Intimität angebracht sind. Wie beim Ende einer Kranken- und Leidensgeschichte. Denn weder das Überbringen einer verhängnisvollen Diagnose noch das Sterben gehört ins Fernsehen - schon gar nicht, um damit bloß die Zuschauerzahl zu steigern.

Doch die skrupellosen TV-Produzenten einer noch nie da gewesenen Medien-Welt wollen es anders. Vielleicht interviewen sie ja bald schwer Verletzte auf der Autobahn, kurz vor dem Tod. Dabei besteht für ein Zerren in die Öffentlichkeit nicht die geringste journalistische Notwendigkeit. Gäbe es unerträgliche Sozialexperimente auch in Deutschland, wäre ein Aufstand der Anständigen die passende Reaktion.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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