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WAZ: Die Willkür der Firmenretter

Archivmeldung vom 27.05.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.05.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Herr Meier arbeitet seit zehn Jahren bei Opel, Frau Schmidt seit 15 Jahren bei Arcandors Karstadt. Meier hat sich immer schon über die Manager der US-Mutter GM geärgert, weil die zu lange brauchten, die richtigen Autos zu bauen.

Frau Schmidt ging's bei Karstadt ähnlich, mal riefen die Chefs hü, mal hott. Jetzt ist Finanzkrise, und die reißt gnadenlos die Decke weg: bei Unternehmen, die länger schon krank sind genauso wie bei denen, die erst infiziert wurden. Bei letzteren, sagt der Staat, kann er helfen. Bei den anderen nicht. Außer natürlich, es sind Sonderfälle. Weil ein Sonderfall aber auch immer ein Sündenfall ist, weist der Karstadt-Chef von Frau Schmidt zu Recht auf den Opel-Chef von Herrn Meier und sagt, er habe dieselbe Hilfe verdient.  Frau Merkel wiederum sagt, die Bevölkerung wisse, dass die Regierung nicht alle Jobs retten könne. Vielleicht. Aber 24 000-mal Meier und 50 000-mal Schmidt wollen es nicht wissen. Für Arcandor sieht's dennoch nicht gut aus. Bei aller Fragwürdigkeit der Abgrenzung, wo der Staat hilft oder nicht: nach Opel auch Arcandor - das wäre vollends der Dammbruch.

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung (von Thomas Wels)

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