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Solide in der Krise

Archivmeldung vom 22.07.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.07.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott

Die Aufbauarbeit hat sich gelohnt. Seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers vor mehr als zehn Jahren und der anschließenden Finanzkrise wurde den Banken gebetsmühlenartig ins Gewissen geredet, ihr Kapital zu stärken. Denn: Die nächste Krise kommt bestimmt - diesmal sogar die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten, ausgelöst durch die Covid-19-Pandemie.

Es gilt, Rückstellungen für drohende Verluste im Kreditgeschäft wegstecken zu können. Die großen US-Banken haben bereits einen Vorgeschmack geliefert, welch hohe Summen da erforderlich sein können. Nun hat die Schweizer Großbank UBS allein im ersten Halbjahr gut eine halbe Milliarde Dollar zur Seite gelegt für den Fall, dass Kredite infolge der Wirtschaftskrise ausfallen. Das ist ein riesiger Anstieg im Vergleich zu den 33 Mill. Dollar vor Jahresfrist.

Die Bank ist dennoch gut gerüstet, und zwar aus zwei Gründen. Erstens: Die UBS ist hervorragend mit Eigenkapital ausgestattet. Sie hat ihre Kernkapitalquote (Tier 1) auf 13,3 Prozent hochgetrieben und liegt damit am oberen Rand der Mindestanforderung von 12,7 bis 13,3 Prozent. Mit dem gleichen Wert überrascht jetzt auch die Deutsche Bank. Die Quote, die als Maßstab für die Finanzkraft einer Bank gilt, hat das Frankfurter Institut innerhalb von drei Monaten von 12,8 auf 13,3 Prozent erhöht. Hilfreich sind da natürlich Kunden, die während der Corona-Panik im großen Stil gezogene Kreditlinien vorzeitig zurückzahlen und auf diese Weise das Volumen der Risikoaktiva verringern - oder geschah das auf Veranlassung der "vorsichtigen" Bank?

Der zweite Grund ist die Stärke, Widerstandsfähigkeit und Diversifizierung des integrierten Geschäftsmodells der UBS, wie deren Chef Sergio Ermotti zu Recht herausstellt. Im Ergebnis bedeutet dies innerhalb von drei Monaten um 11 Prozent auf 2,59 Bill. Dollar gestiegene verwaltete Vermögen und Nettoneugeldzuflüsse von 9 Mrd. Dollar sowie eine florierende Investmentbank mit einer annualisierten Rendite auf das zugeteilte Eigenkapital von 21,1 Prozent.

Der weltgrößte Vermögensverwalter glänzt am Ende des von Corona gebeutelten ersten Halbjahres mit einer Rendite auf das harte Kernkapital von 15,4 Prozent. Ist die UBS bei ihrer Kreditvergabe weiterhin vorsichtig angesichts der Unsicherheit über Ausmaß und Intensität der Pandemie und behält sie ihre Risikovorsorge im Griff, dann sind Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe durchaus angebracht. Überschüssiges Kapital ist bei den Aktionären besser aufgehoben als in einer ohnehin soliden Bank.

Quelle: Börsen-Zeitung (ots)  von Karin Böhmert

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