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Neue OZ: Uribes schweres Erbe

Archivmeldung vom 22.06.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.06.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Der Kronprinz ist am Ziel: Im Windschatten des scheidenden Staatschefs Álvaro Uribe hat Juan Manuel Santos einen bislang beispiellosen Erfolg in der Geschichte der kolumbianischen Demokratie erreicht. Doch Uribes Erbe wiegt schwer.

Er hinterlässt seinem Nachfolger ein Riesenpaket ungelöster Aufgaben. Armut, Arbeitslosigkeit und die tiefe gesellschaftliche Spaltung verlangen vom passionierten Pokerspieler ein beherztes und kluges Handeln. Mit Appellen an die nationale Einheit wie kurz nach der Wahl ist es nicht getan. Santos' Erfolg in vier Jahren wird auch davon abhängen, ob er sein Versprechen einhält, mehr als zwei Millionen neue Jobs zu schaffen.

Mit der Kampfansage an die Linksrebellen der FARC bleibt der Ex-Verteidigungsminister ganz auf der Linie von Uribe. Das hat Santos den Vertrauensvorschuss der Wähler beschert. Doch nur wenn er kein Uribista bleibt, kann er eine Veränderung im Land bewirken. Denn die FARC in die Knie zu zwingen, aber die rechten Paramilitärs mit Samthandschuhen anzufassen, ließe ein politisches Geschwür weiter schwären.

Längst sind beide Seiten ins Drogengeschäft verwickelt - sie konkurrieren nicht nur, sondern schmieden sogar Allianzen, um dreckiges Geld mit dem tödlichen Stoff zu machen. Zu den Leidtragenden zählen die vielen Millionen Binnenflüchtlinge. Nur der Sudan hat noch mehr.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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