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Börsen-Zeitung: Nur noch Verlierer

Archivmeldung vom 30.06.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.06.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die Heftigkeit, mit der der Porsche-Chefkontrolleur und Sprecher des Familienclans, Wolfgang Porsche, am Wochenende auf das Wolfsburger "Rettungsangebot" für den angeschlagenen Sportwagenbauer reagierte, macht deutlich, dass der Poker um die Macht bei Porsche und VW inzwischen mit allen Mitteln stattfindet.

Wer von Erpressung spricht, wie Porsche dies tat, ist zumindest nicht an einer schnellen Deeskalation und Fortschritten bei der Bildung eines integrierten Automobilkonzerns interessiert.

Das gilt allerdings erst recht für den Verfasser des Briefs, in dem das Angebot zum Kauf von 49,9% der Porsche AG für 3 bis 4 Mrd. Euro unterbreitet wurde. Bei einer Bewertung von Porsche ohne VW-Anteil, die Analysten und Gutachten jenseits von 11 Mrd. Euro ansiedeln, kann ein solches Angebot nur als Affront bewertet werden. Oder als ein "Wie du mir, so ich dir", will sagen, da du, Porsche, mich, VW, billig kaufen wolltest, drehe ich den Spieß jetzt einfach um. Du kannst dich ja kaum wehren.

Der Zeitpunkt des Bekanntwerdens des Briefs während der Verhandlungen zwischen Porsche und Katar über einen Einstieg bei der Porsche Holding oder bei VW mittels des bei Porsche liegenden Optionspakets lässt den Schluss zu, dass es erneut Ferdinand Piëch ist, der zündelt, eventuell unterstützt von seinem loyalen VW-Vorstandschef Martin Winterkorn und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff. Damit bliebe die alte Stoßrichtung die neue. Piëch will Porsche-Chef Wendelin Wiedeking absägen und das Übergewicht des Porsche-Clans beim Sportwagenbauer brechen. Wiedeking und Wolfgang Porsche wiederum kämpfen um Macht- und Porsche-Erhalt. Das wird keiner unbeschadet überstehen. Die Vorzugsaktionäre bei Porsche oder bei VW interessieren ohnehin nicht mehr.

Übernahmeschlachten werden mit harten Bandagen geführt. Wie sich die Protagonisten in diesem Fall aufführen, hat aber wenig mit erwachsenem Verhalten gemein. Und es beschädigt das Image beider Unternehmen, selbst wenn die Aktienkurse dies noch nicht zeigen. So wird auch der Investitionsstandort Deutschland nicht gestärkt. Was mögen Scheichs denken, die ihre Öl- und Gasmilliarden aktuell oder in Zukunft hier anlegen wollen? Sie werden einen weiten Bogen um Deutschland machen, wenn ihnen der Kollege aus Katar erzählt, wie es hier zugeht.

Quelle: Börsen-Zeitung

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